Bayern kommt nicht über ein 1:1 bei Tabellenführer RB Leipzig hinaus

Spitzenspiel Leipzig gegen München : Bayern-Geschenk „mit Schleife drum“

Titelverteidiger München kommt nicht über ein 1:1 bei Tabellenführer RB Leipzig hinaus – trotz bester Chancen.

Thomas Müller haderte mit verteilten „Geschenken“ und stichelte frustriert gegen „sogenannte Experten“, Julian Nagelsmann dagegen rechnete schon mal scherzhaft den Weg bis zur ersten Meisterschaft vor. Einen Sieger hatte das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen RB Leipzig und Rekordmeister Bayern München nicht hervorgebracht. Als Verlierer fühlte sich nach dem turbulenten 1:1 (1:1) im Duell der Pokalfinalisten aber nur der FC Bayern.

„Wir haben den Leipzigern das 1:1 geschenkt. Mit Schleife drum“, sagte Müller mit Blick auf den Ausgleich unmittelbar vor der Halbzeit. Emil Forsberg (45.+3) hatte per Foulelfmeter eine völlig einseitige Begegnung auf den Kopf gestellt, die durch die frühe Führung durch Robert Lewandowski (3.) für die Bayern optimal begonnen hatte. Das Problem: Das Team von Trainer Niko Kovac nutzte die erdrückende Dominanz nicht für weitere Tore, in der zweiten Halbzeit hatten die Bayern dann mit den Taktikänderungen von RB-Trainer Nagelsmann Schwierigkeiten.

Am Ende verpassten die Münchner so den möglichen Sieg und die erhoffte Tabellenführung. Mit acht Punkten liegen die Bayern hinter den beiden vermeintlichen größten Titel-Konkurrenten RB Leipzig (10) und Borussia Dortmund (9). „Ich bin enttäuscht, das muss ich ganz klar sagen“, sagte ein angefressener Torhüter Manuel Neuer. Müller schwärmte von der ersten Halbzeit und konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Das war von den sogenannten Experten so nicht prophezeit worden. Vor dem Spiel wurde Leipzig höher gehandelt, als sie sich vor allem in der ersten Halbzeit präsentieren konnten“, sagte er: „Das einzig Ärgerliche ist, dass wir aus der Dominanz nicht so großen Profit schlagen konnten.“

Auch für Kovac hatte der Doublesieger an diesem Abend zwei Gesichter. „Wir haben in der ersten Halbzeit für mich persönlich das beste Spiel gemacht, seitdem ich hier bin“, schwärmte der Kroate, musste aber auch eingestehen. „Wir hatten dann Probleme, es wurde ein Schlagabtausch. Unterm Strich bin ich mit dem Punkt nicht zufrieden.“ Hinzu kommt die Verletzung von Stammspieler David Alaba (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich).

Zufrieden mit dem Zähler konnte dagegen Nagelsmann sein. „Am Ende ist es nicht mega unverdient“, sagte der 32-Jährige, der seiner Mannschaft nach der Überforderung in den ersten 45 Minuten in der Pause zu mehr Sicherheit verhalf. Scherzhaft ließ sich Nagelsmann vielleicht auch deshalb nach dem Spiel zu einer gewagten Rechnung hinreißen: „Es sind noch 30 Spiele zu gehen. Wenn wir die alle gewinnen, sind wir deutscher Meister.“

Zunächst steht für RB Leipzig der Auftakt der Champions-League-Gruppenphase am Dienstag bei Benfica Lissabon (21 Uhr/DAZN) an. „Wir nehmen das gute Gefühl aus der zweiten Halbzeit mit. Wir fahren mit viel Selbstvertrauen nach Lissabon“, sagte Torhüter Peter Gulacsi. Bayerns Nationaltorhüter Neuer wertete das Duell aus anderen Gründen als wichtige Generalprobe für das eigene Spiel am Mittwoch (21 Uhr/Sky) gegen Roter Stern Belgrad. „Leipzig spielt auch Champions League. Das ist das Niveau, das uns am Mittwoch erwarten könnte“, sagte er.

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