Ausschreitungen beim Derby 1. FC Köln gegen Mönchengladbach befürchtet

Rheinisches Derby : In Köln sind kühle Köpfe gefragt

Auf den Bundesliga-Aufsteiger wartet auf und neben dem Platz ein brisantes Duell mit Borussia Mönchengladbach.

Starke Sicherheitsvorkehrungen, aber auch große Emotionen und Vorfreude – das rheinische Fußball-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr/Sky) elektrisiert die Massen im Rheinland. Für den neuen FC-Trainer Achim Beierlorzer ist es das erste Derby gegen die Fohlen, aber die Bedeutung ist dem Franken aus Erlangen schon bewusst. Als eine „absolute Herausforderung“ für sein Team bezeichnete der 51-Jährige die Partie. Klar sei aber auch, dass „wir uns von diesem Derby-Charakter auch nicht zu sehr ablenken lassen dürfen“, sagte Beierlorzer: „Wir müssen uns mit Gladbachs Stärken beschäftigen – aber vor allem unsere Stärken auf den Platz bringen. Dann wird es gut für uns laufen.“ Einen großen Wunsch hat Beierlorzer aber auch: „Dass es gewaltfrei bleibt.“

Die Kölner Polizei erwartet etwa 900 gewaltbereite Fans. „Wir gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen am, um und vielleicht auch im Stadion kommen kann“, sagte Einsatzleiter Klaus Rüschenschmidt am Freitag. Insgesamt werden rund 1500 Einsatzkräfte der Polizei vor Ort sein, auch vier Wasserwerfer stehen zur Verfügung. Die Stellvertretende Polizeipräsidentin von Köln, Miriam Brauns, dokumentierte fünf gewaltsame Aufeinandertreffen von Fans beider Teams seit Januar 2018.

Nach zwei zum Teil unglücklichen Auftaktniederlagen in Wolfsburg (1:2) und gegen Dortmund (1:3) gab es vor der Länderspielpause durch das 2:1 in Freiburg die ersten Punkte für die Geißböcke. Hätte es auch dort eine Niederlage gegeben, der Druck gegen den Europa-League-Starter wäre immens gewesen. Allerdings ist die Borussia der Angstgegner schlechthin für die Kölner. 14 Heimsiegen gegen die Gladbacher stehen 23 Niederlagen gegenüber, die Borussia kommt immer wieder sehr gerne nach Müngersdorf. Aber der Bundesliga-Rückkehrer sieht sich gewappnet, den Gästen das Leben so schwer wie möglich zu machen. „Wir müssen noch besser spielen als in den letzten Wochen. Wir wollen nah an die 100 Prozent ran, es kann sein, dass Kleinigkeiten entscheiden. Wir müssen aber kühlen Kopf bewahren“, betonte Beierlorzer.

Immerhin kann er seinen Traumsturm Anthony Modeste/Jhon Cordoba aufbieten. Der Kolumbianer Cordoba hat seine Muskelverletzung im Oberschenkel, die ihn in Freiburg zum Zuschauen verurteilte, auskuriert. „Jhon ist topfit“, meinte Beierlorzer und musste den Elan des Südamerikaners im Training nach auskurierter Verletzung sogar bremsen: „Bei ihm ist es schwierig, ihn langsam wieder einzugliedern. Er legt immer direkt richtig los.“ Modeste erzielte im Breisgau das wichtige 1:1 für die Kölner und das erste Bundesliga-Tor seit dem 5. Mai 2017. Das Duo soll mit seiner Torgefahr auch die Fohlen aus dem Tritt bringen.

Gladbachs Trainer Marco Rose erwartet eine enge und umkämpfte Begegnung: „Köln hat viele Spieler mit hohem Tempo und einer Grundaggressivität. Es ist zu erwarten, dass es ein sehr intensives Spiel wird.“ Ob ihm der 2014er-Weltmeister Matthias Ginter (Rippenprellung) wieder zur Verfügung steht, ist noch unsicher. Rose, der ebenfalls sein erstes rheinisches Derby bestreitet, nimmt seine Profis in die Pflicht: „Dieses Spiel bedeutet für unsere Fans sehr viel, dementsprechend müssen und wollen wir auftreten. Es wird ein Bundesliga-Spiel unter etwas veränderten Voraussetzungen. Wir wissen, dass wir in Köln in der Pflicht stehen, unser bestmögliches Spiel abzuliefern.“

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