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Bei der neuen Club-WM wird richtig Geld gemacht

Fußball : Titelkämpfe mit nie dagewesenen Investitionen und Einfluss

Die Club-WM in Katar läuft in Europa nebenher, der FC Liverpool greift erst an diesem Mittwoch ein. Der Fifa reicht das bei weitem nicht.

Hienghène Sport ist längst raus, Esperance Tunis und der Al-Sadd Sports Club auch. Vom Hocker gerissen hat die Fußball-Fans in Europa keiner der Vereine, die bislang in Doha um die Club-WM des Weltverbandes Fifa gespielt haben. Bei allem Respekt vor den Gewinnern der ozeanischen und afrikanischen Champions League sowie der katarischen Meisterschaft: Erst, wenn der FC Liverpool an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) ins Geschehen eingreift, dürfte der Wüsten-Wettbewerb die Aufmerksamkeit bekommen, die sich Fifa-Präsident Gianni Infantino so sehr wünscht.

Der Schweizer steckte in den vergangenen Monaten viel Energie in tiefgreifende, aber schwer durchschaubare Reformen. Die Club-WM ist eines der Versuchsobjekte. Nach großer Aufregung um ein Milliarden-Angebot offiziell weiterhin unbekannter Geldgeber, das Infantino im Alleingang versucht hatte durchzudrücken, wurde das Mini-Turnier im März gegen großen Widerstand aus Europa komplett erneuert.

Die aktuelle Ausgabe in Doha mit dem Endspiel drei Tage vor Heiligabend ist die vorletzte dieser Art und wird als Generalprobe für die WM 2022 gerechtfertigt. In der Vorweihnachtszeit 2020 wird noch einmal am Golf gespielt, ehe es im Sommer 2021 mit 24 statt nur sieben Mannschaften in China um den WM-Titel der Vereine geht. 

Wie mit dem neusten Produkt am besten viel Geld zu machen ist, scheint die Fifa in diesen Tagen auszuloten. Zahlreiche Firmen hätten ihr Interesse an der neuen Club-WM angemeldet und seien nun eingeladen, ihre Investitionsvorschläge für die Vermarktung abzugeben, hieß es in einer Mitteilung des Weltverbandes. Die Fifa will demnach verschiedene Modelle prüfen. Laut Süddeutscher Zeitung gehen die Überlegungen weit über das übliche Sponsoring hinaus.

Eine interessierte Partei könne unter anderem Vorschläge zu Parametern wie „den Qualifikations-Modalitäten und den beteiligten Teams“ machen, heißt es in der Ausschreibung, die noch bis zum 19. Dezember läuft – also über einen relativ kurzen Zeitraum. Die neue Club-WM erhalte einen „starken und einzigartigen“ Namen und eine unvergleichliche Marke, schrieb die Fifa offiziell und versprach eine Größenordnung des Turniers, die es „noch nie zuvor gegeben“ habe.

Mit derartigem Einfluss würden wohl nur die wenigsten Investoren darauf setzen, auch künftig zu gleichen Teilen Clubs mit dem Kaliber von Hienghène Sport, Esperance Tunis oder dem Al-Sadd Sports Club einzuladen. Von den 24 Mannschaften sollen schon in China mindestens acht aus Europa mitspielen, wo das große Geld gemacht wird.