Portugal mit Cristiano Ronaldo gegen Luxemburg und Litauen unter Druck

Der Titelverteidiger braucht Siege : Portugal steht unter Druck

Ronaldo scheint vor den Spielen gegen Litauen und Luxemburg wieder bei 100 Prozent.

Seine frühe Auswechslung scheint Cristiano Ronaldo mittlerweile verkraftet zu haben. Vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Litauen an diesem Donnerstag (20.45 Uhr/DAZN) in Faro absolvierte der 34-Jährige das komplette Training mit Portugals Fußball-Nationalteam, möglicherweise hat er währenddessen sogar gelacht. „Ronaldo bei 100 Prozent“, schrieb die Sportzeitung „Record“ am Mittwoch auf ihrer Titelseite.

Es ist erst ein paar Tage her, dass der Superstar von Juventus Turin in seiner Ehre verletzt worden war. Beim Spiel gegen den AC Mailand (1:0) am Sonntag hatte sein Vereinscoach Maurizio Sarri es gewagt, Ronaldo in der 55. Minute vom Platz zu nehmen. Ohne ihn eines Blickes zu würdigen, schritt Ronaldo an Sarri vorbei in die Kabine. Laut italienischen Medien soll er danach sogar vorzeitig das Stadion verlassen haben. Es war ein Affront gegen die Mitspieler und den Trainer, den sich wohl nur ein fünfmaliger Weltfußballer erlauben kann. Sanktionen gab es danach nicht.

Eine solche Demütigung, so muss es Ronaldo zumindest vorgekommen sein, droht ihm im portugiesischen Nationaltrikot sicher nicht. Zum einen muss die Seleção gegen den Außenseiter gewinnen, um die Qualifikation für die Europameisterschaft nicht zu gefährden. Zum anderen verfügt Nationaltrainer Fernando Santos über keinen weiteren Stürmer, der ähnliche Qualitäten wie Ronaldo mitbringt.

Ronaldo sei aber schlichtweg nicht fit, sagte sein Vereinstrainer Sarri nach dem Eklat. Man müsse dem Portugiesen deshalb dankbar sein, „er hat sich zur Verfügung gestellt, obwohl er nicht in bester Verfassung ist. Er hat in den letzten Monaten leichte Probleme mit seinem Knie“. Ronaldo habe im Oktober im Training einen Schlag abbekommen und seither „einige Schmerzen an der Wade und an den Adduktoren. Das beeinflusst ihn“, sagte Sarri. Mit Ronaldos Alter hätten dessen Probleme nichts zu tun.

Probleme könnten die Portugiesen bekommen, wenn sie keine zwei Siege gegen Litauen und am Sonntag in Luxemburg (15 Uhr, Stade Josy Barthel) schaffen. Denn die Ukraine ist für die EM bereits qualifiziert und auch schon Gruppensieger. Und Serbien könnte noch vorbeiziehen, wenn Portugal seine Hausaufgaben nicht erledigt. Dann müssten Ronaldo und Co. mit dem Champion von 2016 als Sieger der Gruppe A3 der Nations League auf dem unbequemen Umweg über die Playoffs nachsitzen.

Das Spiel in Luxemburg ist dabei ein ganz besonderes. Denn fast 100 000 Portugiesen leben in Luxemburg. Sie stellen damit ein Sechstel der Bevölkerung des Großherzogtums. So ist es kein Wunder, dass die Partie am Sonntag binnen nur eines Tages ausverkauft war. Tickets hatte es dabei nur als Doppelpack zusammen mit dem Heimspiel gegen Serbien im September (1:3) gegeben.