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Manchester City wird für zwei Jahre aus der Champions League verbannt

Champions-League-Ausschluss : ManCity vor ungewisser Zukunft

Club von Guardiola und Sané wird für zwei Jahre aus Champions League verbannt.

Wenn sogar der ärgste Rivale Mitleid empfindet, muss es um Manchester City ganz fürchterlich stehen. „Um ehrlich zu sein“, gesteht Liverpools Teammanager Jürgen Klopp, „tut es mir wirklich leid für sie.“ Dabei ist die Sache recht simpel und die Entscheidung der Finanzkontrollbehörde der Europäischen Fußball-Union (Uefa) nur konsequent. Zwischen 2012 und 2016, glaubt zumindest das unabhängige Gremium CFCB, soll der sechsmalige englische Meister Sponsoreneinnahmen in der Bilanz überbewertet und unerlaubte Geldspritzen seines arabischen Besitzers Scheich Mansour bin Zayed verschleiert haben.

Der klare Verstoß gegen das zuvor oft als „zahnloser Tiger“ belächelte Financial Fair Play (FFP) der Uefa führte zu einer Geldstrafe von 30 Millionen Euro und dem zweijährigen Ausschluss von den Europapokal-Wettbewerben. City hatte umgehend ihren Einspruch gegen das „Massaker am Valentinstag“ (Mirror) vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS angekündigt. Ein Erfolg in Lausanne ist für den Verein wichtig – vielleicht sogar existenziell. Schließlich droht bei zwei Spielzeiten ohne Glanz und Glamour und ohne die großen Einnahmen der Ausverkauf zahlreicher Stars. Inklusive ihres europaweit begehrten Trainers Pep Guardiola.

Der besitzt zwar noch einen gültigen Vertrag bis zum Sommer 2021, der anvisierte Champions-League-Triumph könnte durch einen endgültigen Ausschluss aber torpediert und ein vorzeitiger Abgang wahrscheinlicher werden. Präsident Andrea Agnelli vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin gilt als großer Pep-Fan und soll sein Werben nach dem Urteil vom Freitag noch einmal intensiviert haben.

Zudem dürften einige Stars ohne die Auftritte im Scheinwerferlicht unter der Woche einen Wechsel zu einem Top-Club ins Auge fassen. Der deutsche Nationalspieler Leroy Sané steht ohnehin schon auf der Wunschliste des FC Bayern. Real Madrid wird zudem seinen Kampf um den quirligen Außenstürmer Raheem Sterling fortführen. Eine Zukunft von Ilkay Gündogan oder Kevin De Bruyne außerhalb der Insel entbehrt plötzlich nicht mehr jeglicher Grundlage.

Für den laufenden Spielbetrieb hat die Entscheidung des CFCB keinen Einfluss, am Mittwoch in der Liga gegen West Ham United und vor allem eine Woche später in der Königsklasse bei Real kehrt City in den Alltag zurück. Aber es könnte nicht die einzige Sanktion bleiben. Englische Medien berichten, dass die Premier League die zurückliegenden Bilanzen des Vereins ebenfalls überprüft und City neben Punkten sogar die Meisterschaft aus dem Jahr 2014 entziehen könnte.