Joao Felix wechselt für 127 Millionen von Benfica zu Atlético Madrid

Toptalent wechselt zu Atlético Madrid : Der neue Ronaldo kostet 127 Millionen Euro

Teenager und Jahrhunderttalent – der Portugiese João Félix weckt bei seinem neuen Verein Atlético Madrid hohe Erwartungen.

Der Junge mit dem roten T-Shirt wirkt etwas verloren in den weitläufigen Hallen des weltberühmten Prado. Er schlendert in dem Video im Kunstmuseum vorbei an den Werken alter Meister wie Tizians „Adam und Eva“, bestaunt Boschs Triptychon „Der Garten der Lüste“. Vor Goyas „Tanz von Manzanares“ blickt er in die Kamera und grinst. Dann wird der Bildschirm schwarz. „Willkommen João Félix – pures Talent“, steht da jetzt in weißen Großbuchstaben.

„Es kommt ein Künstler“, titelte Marca am Donnerstag passend zum laut der Sportzeitung 127,2 Millionen Euro schweren Deal mit der „portugiesischen Perle“ – ein Preis, der einem weltberühmten Gemälde würdig wäre. Den Nachweis über sein Talent soll das 19-jährige Sturmjuwel jetzt auf dem Platz erbringen.

Die Fußstapfen, die der fünftteuerste Transfer aller Zeiten ausfüllen soll, sind riesig: Felix übernimmt die Nummer „7“ von Weltmeister Antoine Griezmann, den es nach fünf Jahren mit 133 Toren zum FC Barcelona zieht. Für ebenfalls stolze 120 Millionen Euro. „Er ist ein junger Spieler“, sagte Trainer Diego Simeone, „und Atlético ist historisch gesehen der Club, der immer schon junge Spieler gekauft und sie entwickelt hat – wie Griezmann, der, als er kam, auch nicht der war, der er heute ist.“

In seiner Heimat wird der Teenager mit der Zahnspange als „neuer Cristiano Ronaldo“ gehandelt. Die portugiesischen Mädchen sind verrückt nach ihm. Sein Fußballer-Ruhm habe ihm „bei den Mädchen sehr geholfen“, meinte er einmal verschmitzt, „sie schicken mir oft Fotos, auch nackt.“ Vermutlich bald auch die spanischen.

Félix, nach dem gleichnamigen Monstersturm aus dem Jahr 2007 auch „Hurrikan“ genannt, hat eine Frisur und elegante Ballbehandlung wie einst der Brasilianer Kaká, er jubelt wie Kylian Mbappé, wird aber meist mit Ronaldo verglichen. Der Sohn eines Lehrer-Paares hat in der vergangenen Saison für Benfica Lissabon in 43 Pflichtspielen 20 Tore erzielt, darunter drei in der Europa League gegen Frankfurt. Eintracht-Trainer Adi Hütter nannte ihn damals ein „Jahrhunderttalent“.

Am liebsten wirbelt Félix hinter einem Mittelstürmer, er gilt trotz der zitierten Mädchengeschichten als schüchtern und bescheiden. Vielleicht hat ihn Benfica-Trainer Rui Vitória auch deshalb übersehen. Als es in der Gruppenphase der Champions League gegen Bayern München ging, war Félix noch nicht im Kader. Erst als Bruno Lage im Januar übernahm, wurde die Nummer 79 plötzlich Stammspieler – und trumpfte auf. Beim Finalturnier der Nations League debütierte er an Ronaldos Seite für Portugal.

Jetzt soll er sieben Millionen Euro im Jahr verdienen – netto, versteht sich. „Ich habe keine Ahnung von Märkten oder Marktwerten, das sind Dinge für Agenten und Präsidenten“, sagte Félix: „Ich konzentriere mich aufs Fußballspielen.“ Oder auch: auf seine Kunst.

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