Ekstatischer Empfang für Ikone Diego Maradona bei Gimnasia La Plata

Zehntausende Fans feiern das Idol : Ekstatischer Empfang für Ikone Maradona in La Plata

Diego Maradona umfasste mit zittriger Hand das Mikrofon, die Augen feucht, die Stimme tränenerstickt und brüchig. „Ich habe mich heute wie im Himmel gefühlt“, sagte Argentiniens Fußball-Idol schwer schluchzend, sichtlich überwältigt vom euphorischen Empfang bei seinem neuen Club Gimnasia La Plata.

Zehntausende Fans des argentinischen Erstligisten hatten den Weltmeister-Kapitän von 1986 bei seiner offiziellen Vorstellung als Trainer des Tabellenschlusslichts gefeiert.

 Während seiner kurzen Rede liefen vier Fans auf den Platz. Einer schaffte es zu ihm, küsste Maradona und kniete vor ihm nieder. Maradona sieht sich bei seiner Rückkehr in das von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelte Land auch auf einer größeren Mission. „Ich wollte und musste einen Teil meiner letzten Jahre einfach in meinem Heimatland verbringen“, sagte der 58-Jährige: „Ich will das Land wieder lächeln sehen. Im Moment sehe ich das nicht. Überhaupt nicht. Wir werden sehen, was ich tun kann.“

Die sportliche Aufgabe beim Traditionsverein La Plata, das 60 Kilometer von Buenos Aires entfernt liegt, geht für ihn zunächst bis Saisonende. Sein Debüt beim nach fünf Spieltagen noch sieglosen Tabellenletzten feiert er nach der Länderspielpause am 15. September gegen Racing Club – der aktuelle Meister war vor 24 Jahren seine bisher letzte Trainerstation in der heimischen Liga.

Im Juni hatte Maradona aus gesundheitlichen Gründen das Trainer­amt beim mexikanischen Zweitligisten Dorados de Sinaloa niedergelegt. Inzwischen wurde der ehemalige argentinische Nationaltrainer am Knie operiert. Bei seiner Vorstellung im Estadio Juan Carmelo Zerillo humpelte er – übergewichtig wie eh und je – stark und wurde auch in einem Golf-Kart über den Rasen kutschiert.