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Supercup in Frankfurt
Rebic will die Bayern noch einmal ärgern

Kurz vor dem Supercup gegen Meister Bayern München hat Eintracht Frankfurt den Vertrag mit WM-Star Ante Rebic verlängert. Er soll der Mannschaft, die im Umbruch ist, noch einmal Schub geben.

Ante Rebic grinste schelmisch in die Kameras. "Wir haben schon einmal gezeigt, dass wir die Bayern schlagen können", sagte der kroatische WM-Star, dessen Vertragsverlängerung bis 2022 kurz vor dem Supercup am Sonntag (20.30 Uhr/ZDF und Eurosport 2) für neuen Rückenwind bei Eintracht Frankfurt sorgte: "Auch wenn unser Trainer jetzt ihr Trainer ist - wir werden eine gute Leistung zeigen und schauen, was dann passiert."


Die Nachricht, dass Rebic (24) trotz der Rekordangebote aus dem Ausland am Main bleibt, überlagerte am Freitag endgültig die Supercup-Rückkehr von Trainer Niko Kovac, der die Hessen in der vergangenen Saison (in Zusammenarbeit mit Doppeltorschütze Rebic) zum DFB-Pokalsieg gegen die Bayern geführt hatte (3:1) und dann nach München gewechselt war.

"Das ist ein ganz starkes Zeichen vom Verein und von Ante", sagte Kovac-Nachfolger Adi Hütter: "Er ist ein Zugpferd, ein Schlüsselspieler. Ich freue mich darauf, weiter mit ihm zusammenzuarbeiten." Den Supercup wolle sein Team "natürlich" gewinnen. "Wir wissen aber auch, dass wir gegen die beste Mannschaft Deutschlands spielen."



Kurzzeitig war Rebic auch bei den Bayern ins Gespräch gebracht worden. Die Gerüchte hielten sich aber nicht lange. Kovac gratulierte am Freitag zur Vertragsverlängerung. "Das spricht für den Klub und die Ambitionen des Klubs. Ante fühlt sich in Frankfurt sehr wohl. Er ist ein Idol in Frankfurt", sagte der Kroate, unter dem Rebic aufgeblüht war.

Allerdings müssen die Hessen auch mit Rebic einen Umbruch meistern. Kovac war der Architekt des immensen Erfolgs der Vorsaison. Zudem haben sich andere wichtige Spieler wie Torwart Lukas Hradecky (Bayer Leverkusen), Kevin-Prince Boateng (Sassuolo Calcio) und Marius Wolf (Borussia Dortmund) anders als der Stürmerstar für einen Wechsel entschieden.

Diesen Verlust der "absoluten Schlüsselspieler" (Hütter) haben die Verantwortlichen noch nicht kompensieren können. Die Neuzugänge überzeugten in der Vorbereitung wenig und Nicolai Müller, der prominenteste Neue, ist verletzt.

Die Zweifel an der Qualität oder der Breite des Kaders für die Spiele in drei Wettbewerben könnten mit einer klaren Niederlage gegen die Bayern daher neue Nahrung erhalten. In gewisser Weise wird die Partie, die in mehr als 200 Ländern gezeigt wird, ein Gradmesser. Auch wenn Hütter auf Zeit spielt.

"Der Umbruch ist ein laufender Prozess, der Zeit benötigt", sagte der 48-Jährige, der mit den Hessen in der Woche nach dem Supercup im DFB-Pokal beim SSV Ulm und wiederum eine Woche später zum Ligastart beim SC Freiburg antreten wird.

(sid/sef)