| 10:15 Uhr

Abschied als Bundestrainer
Marco Sturm richtet deutliche Worte an die DEL

Am Sonntag geht die Ära von Eishockey-Bundestrainer Sturm in Krefeld zu Ende - vorerst. Der künftige Co-Trainer der Los Angeles Kings ließ sich eine Option für die Zukunft offen. Eine deutliche Forderung gab es noch einmal an die DEL.

Vor seinem Abschied als Bundestrainer hat Marco Sturm noch einmal deutliche Worte an die Deutsche Eishockey Liga gerichtet. Unter anderem, um seiner Forderung nach mehr Nachwuchsarbeit in der DEL Nachdruck zu verleihen, nahm der 40-Jährige am Rande des Deutschland Cups in Krefeld auch noch einmal an einer Präsidiumssitzung des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) teil.


„Ich habe mich für die Zusammenarbeit bedankt und noch einmal ein Fazit meiner Arbeit gezogen“, berichtete Sturm nach dem 3:4 nach Penaltyschießen gegen die Schweiz am Samstag.

Dabei formulierte der scheidende Bundestrainer auch noch einmal einen Appell an DEB-Präsident Franz Reindl. „Das war mein Wunsch an Franz Reindl, dass er den Kontakt zur Liga sucht. Denn momentan reicht es einfach nicht“, sagte Sturm deutlich. Zu viele mittelmäßige Ausländer in der Liga nähmen talentierten jungen deutschen Spielern die Plätze im Team - so lautet eine in den vergangenen Jahren von Sturm immer wieder formulierte Kernthese.



Vor seinem Abgang in der kommenden Woche in die nordamerikanische Profiliga als Co-Trainer der Los Angeles Kings wurde der deutsche NHL-Rekordspieler dabei noch einmal sehr präzise: „Franz ist in der Lage, dass sich in naher Zukunft etwas ändert. Der Status quo reicht nicht. Es ist ein Muss, etwas zu ändern.“ Überhaupt müsse in der Jugendarbeit mehr getan werden: „Da gibt es noch sehr viel zu tun.“

Sturm steht an diesem Sonntag im letzten Spiel beim Vier-Nationen-Turnier gegen die Slowakei (14.30 Uhr/Sport1 und Telekomsport) zum vorerst letzten Mal als Bundestrainer an der deutschen Bande. „Das ist schon ein komisches Gefühl, das muss ich schon zugeben“, sagte Sturm, der die DEB-Auswahl 2015 ohne Trainer-Erfahrung überraschend übernommen hatte. In dieser Zeit etablierte Sturm das Nationalteam in der erweiterten Weltspitze und führte es im Februar zur olympischen Silbermedaille.

Das Turnier kann Deutschland auch mit einem Sieg gegen die Slowakei nicht mehr gewinnen. Das erste Spiel am Donnerstag ging bereits mit 3:4 nach Verlängerung gegen Olympiasieger Russland verloren. „Natürlich wäre das schön gewesen, wenn wir das Turnier für den Marco gewonnen hätten“, sagte Kapitän Marcus Kink und kündigte eine Aktion des Teams zum Abschied Sturms an. Einzelheiten wollte der Stürmer der Adler Mannheim aber noch nicht verraten.

Sturm ließ sich auch bereits eine Option offen, in Zukunft noch einmal zurückzukehren: „Es kann alles passieren. Ich schließe nichts mehr aus in meinem Leben. Ich bin ja erst 40.“ Sturms Nachfolger steht noch nicht fest.

(lt/dpa)