| 19:06 Uhr

Turbulentes 2:2
Wolfsburg und Hertha beeindrucken beim Unentschieden

Wolfsburgs Yannick Gerhardt (M) im Zweikampf mit Berlins Ondrej Duda (r) um den Ball. Foto: Swen Pförtner
Wolfsburgs Yannick Gerhardt (M) im Zweikampf mit Berlins Ondrej Duda (r) um den Ball. Foto: Swen Pförtner FOTO: Swen Pförtner
Wolfsburg. Nach dem Schlussphasen-Spektakel im Verfolgerduell waren beide Trainer zufrieden. Grinsend machten sich Bruno Labbadia und Pal Dardai nach dem turbulenten 2:2 (0:0) des VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC gegenseitig Komplimente. Von Carsten Lappe, dpa

„Das hat einfach Spaß gemacht, cool“, befand VfL-Coach Bruno Labbadia und sein Berliner Kollege Dardai meinte: „Wir sind zufrieden mit dem Punkt. Es sollten wirklich beide zufrieden sein. Das war ein tolles Bundesligaspiel.“ In dieser Hinsicht widersprach niemand.


25.090 Zuschauer waren begeistert angesichts der Intensität des Duells der beiden überraschend stark gestarteten Teams und der Emotionen in der Schlussphase. Javairo Dilrosun (61. Minute) hatte die taktisch beeindruckend starken Berliner in Führung gebracht, obwohl die spektakulär offensiv agierenden Wolfsburger das Spiel machten und dafür erst spät belohnt wurden. Der eingewechselte Yunus Malli (87.) verwandelte einen Foulelfmeter, der erst per Videobeweis gegeben worden war. Dies löste zum ersten Mal heftige Emotionen aus.

„Ich habe auch den Schiedsrichter-Schein und für mich war das noch nicht einmal ein Freistoß“, ereiferte sich Dardai. Der 19 Jahre alte Arne Maier hatte Wolfsburgs Maximilian Arnold an der Strafraumgrenze umgestoßen und Schiedsrichter Christian Dingert deshalb Freistoß gegeben. Aus Köln wurde Dingert aber darauf hingewiesen, dass Arnold mit dem Fuß auf der Linie stand. Der Elfmeter war also berechtigt - sofern man anders als Dardai auf Foul entscheidet. VfL-Coach Labbadia löste die Situation in der allgemeinen Zufriedenheit beider Trainer salomonisch: „Da ich keinen Schein habe, kann das nur der Pal beurteilen.“ Damit war auch Dardai wieder besänftigt.



Von Arnold musste sich Maier indes noch einmal belehren lassen. „Wir alt ist der?“, fragte der Gefoulte, selbst 24 Jahre alt. „Genau wie ich muss er noch lernen, dass er im oder am Strafraum so nicht hingehen kann. Zu 50 Prozent war das vielleicht Cleverness, aber zu 50 Prozent auch Blödheit.“

Nach der diskutierten Situation überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst schoss Ondrej Duda (90.+1) einen Freistoß clever unter der Wolfsburger Mauer hindurch zur erneuten Berliner Führung, doch der VfL kam noch einmal zurück und durch den ebenfalls eingewechselten Admir Mehmedi (90.+3) doch noch einmal zum Ausgleich.

„Über den Punkt freuen wir uns schon. Aber nach dem Spielverlauf hätten wir schon auch gerne gewonnen“, sagte Arnold später. Sein Team war das gesamte Spiel über bestimmend und hatte mehr und die besseren Chancen. Hertha hielt mit Ordnung, Disziplin und taktischer Flexibilität dagegen. „Da sind heute zwei Arten von Fußball aufeinander getroffen“, drückte es Labbadia aus. „Das war beeindruckend.“ In der Tat bewiesen beide Teams nach ihren Auftaktsiegen in den ersten beiden Spielen, dass anders als von vielen erwartet in dieser Saison mit ihnen zu rechnen sein wird.

Vor allem für Wolfsburg, das sich zuletzt zweimal erst in der Relegation vor dem ersten Bundesliga-Abstieg rettete, ist die Bilanz nach drei Spielen ein gutes Omen. Auch in der Meistersaison 2008/2009 und in der Pokalsieger-Spielzeit 2014/2015 startete der Volkswagen-Club mit zwei Siegen und einem Unentschieden.

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