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Nach 2:1 gegen Frankfurt
Werders Reifeprozess: Vom Abstiegskandidaten zur Attraktion

Werder-Trainer Florian Kohfeldt sieht seine Bremer immer noch nicht gerettet. Foto: Carmen Jaspersen
Werder-Trainer Florian Kohfeldt sieht seine Bremer immer noch nicht gerettet. Foto: Carmen Jaspersen FOTO: Carmen Jaspersen
Bremen. Auch nach dem vierten Heimsieg nacheinander sah Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt noch keinen Grund zur Entwarnung in Sachen Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga. Von  Claas Hennig, dpa

Den Kampf gegen den Abstieg wollte bei Werder Bremen noch niemand für beendet erklären. Auch nach dem glücklichen 2:1 (1:0) gegen Champions-League-Aspirant Eintracht Frankfurt vermieden Cheftrainer Florian Kohfeldt und Co. klare Aussagen zur vorzeitigen Rettung.


„Die direkten Abstiegsplätze sind sehr weit entfernt, aber der Relegationsplatz ist noch in Reichweite“, sagte Kohfeldt - und fand Zustimmung bei seinen Profis. „Rechnerisch sind wir noch nicht durch“, sagte Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein, fügte aber mit einem Lächeln hinzu: „Ich darf ja nichts anderes sagen.“

Dass die Bremer ernsthaft noch in Gefahr geraten, glaubt letztlich niemand mehr. Derzeit sind sie hinter Bayern München und Schalke 04 die drittbeste Rückrunden-Mannschaft. 16 Punkte Abstand auf die direkten Abstiegsplätze hat Werder bei noch sechs Punktspielen, zehn Zähler beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang. Sogar der Sprung nach Europa ist wieder möglich. Davon will der 35 Jahre alte Cheftrainer-Neuling Kohfeldt aber nichts wissen: „Ich lasse mich auf keine tabellarischen Spielchen ein.“ Werder sei noch keine „Spitzenmannschaft“.

Übertriebenes hanseatisches Understatement, Ausdruck von Reife oder schlicht Erfahrungswert? Im vergangenen Jahr hatten die Bremer eine starke Serie unter dem damaligen Trainer Alexander Nouri in der Rückrunde hingelegt und sich vorzeitig gerettet. Plötzlich war vom Europapokal die Rede. Was folgte, war der Spannungsabfall zum Saisonende, der in den Absturz zu Beginn der laufenden Serie mündete.

Doch diese Gefahr scheint bei der Werder-Generation 2018 nicht zu bestehen. Es gehe nicht nur um die Tabelle, „sondern um die Gier“, betonte denn auch Thomas Delaney. Stürmer Max Kruse meinte: „Wir wollen Spiel für Spiel gewinnen, egal auf was für einen Platz wir stehen. Diese Mentalität wollen wir zeigen.“



Unter ihrem jungen Trainer ist aus dem Abstiegskandidaten eine Attraktion der Liga geworden. Auch gegen einen starken Gegner wie Eintracht Frankfurt demonstrierten sie in einem „hochklassigen Spiel“ (Kohfeldt) phasenweise gehobene Fußball-Kultur. „Wir sind in dem letzten halben Jahr unter Kohfeldt sehr gereift und stellen uns nicht mehr hinten rein, wie wir es in der Hinrunde ab und an gemacht haben“, sagte Kruse.

Dass der Sieg am Ende dank des Eigentors von Eintracht-Kapitän David Abraham (79.) - begünstigt durch den Patzer von Eintracht-Keeper Lukas Hdradecky - glücklich zustande kam, wusste jeder.

Zuvor hatten die Frankfurter bewiesen, warum sie sich unter Trainer Niko Kovac zu einem ernsthaften Kandidaten für die Teilnahme an der Königsklasse gemausert haben. Nach dem Tor von Luka Jovic (53.), der die Bremer Führung durch Kapitän Zlatko Junuzovic (28.) ausglich, hatten die Gäste durchaus die Chance zum Sieg, scheiterten aber oft an Werder-Keeper Jiri Pavlenka.

„Das war einer der besten Auftritte einer Gastmannschaft, den ich in den letzten Monaten hier gesehen habe“, meinte Kohfeldt. „Ich wäre auch zufrieden gewesen, wenn ich hier mit einem Punkt gesessen hätte.“ Eine Spitzenmannschaft seien die Bremer noch nicht, meinte der Werder-Coach. Sie wollen aber von den Besten lernen. Das gelingt ihnen derzeit erstaunlich gut.

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