LeBron James macht Lakers in der NBA wieder zu Titelkandidat

Basketball : Der „Architekt“ bastelt an seinem Meister-Team

Dank Superstar LeBron James sind die legendären Los Angeles Lakers seit Ewigkeiten wieder das beste Team der Basketball-Liga NBA.

Tennis-Star Venus Williams wackelt inmitten der Cheerleader synchron mit den Hüften, Football-Größe Rob Gronkowski beweist mit einer Tanzeinlage sein Können auf dem Parkett des Staples Center. Auch aus dem Film- und Musik-Geschäft kommen die Stars und Sternchen wieder in die Arena. Die lange erfolglosen Los Angeles Lakers sind endlich wieder hip. Und der Aufschwung hat ein Gesicht: LeBron James.

Dank des größten Superstars der Liga seit dem legendären Mi­chael Jordan läuft es wieder bei den Lakers. Mit 15 Siegen aus 17 Spielen ist der frühere Serienmeister derzeit das beste Team der Basketball-Profiliga NBA. Jüngst beim Erfolg gegen Oklahoma City Thunder um den deutschen Nationalspieler Dennis Schröder schrieb „King“ James sogar Geschichte. Nach seinem 86. Karriere-Triple-Double ist der 34-Jährige der erste Spieler, dem gegen alle 30 NBA-Teams zweistellige Werte in drei Kategorien (Punkte, Assists, Rebounds) gelangen.

Kein Wunder, dass es Lobeshymnen hagelt. Steve Kerr, Trainer der Golden State Warriors, nannte James den „wohl besten Athleten, der je auf dieser Erde gewandelt ist“. Doch der Erfolg der Lakers ist nicht allein das Verdienst des viermaligen MVP (bester Spieler der Liga). Auch Neuzugang Anthony Davis (von den New Orleans Pelicans) funktioniert, zudem überzeugt das Team mit einer starken Defensive.

Erstmals seit den Meisterjahren 2009 und 2010 macht es wieder Spaß, Fan des 16-maligen Champions zu sein. Zuletzt verpasste der Club sechs Mal in Folge die Playoffs, in seinem ersten Jahr in der Westküsten-Metropole konnte auch James das Ruder nicht herumreißen. Doch nun scheint die Wende geschafft. Schon als James die Cleveland Cavaliers nach dem Gewinn der Meisterschaft Richtung Los Angeles verließ, hatten viele mit mehr gerechnet. Denn James gilt als Architekt von Meister-Mannschaften, nach seinem Wechsel dauert es nicht lange bis zum Titelgewinn.

Nach sieben titellosen Jahren bei seinem Heimatverein Cleveland Cavaliers war der Ausnahmespieler 2010 zu Miami Heat gewechselt und hatte 2012 und 2013 die Meisterschaft gefeiert. 2014 kehrte „King“ James zu den Cavaliers zurück, da er „noch etwas zu erledigen“ hatte. Damit meinte er den ersten Meistertitel für den Club, den er zwei Jahre später holte.

„Ich habe noch so viel zu geben“, sagte der Superstar zu seinen Zielen, er sei „hungrig darauf, weitere Meisterschaften zu gewinnen“. Rein statistisch gesehen ist Los Angeles also 2020, am Ende dieser Saison, an der Reihe. Die Chancen, dass sich die Geschichte wiederholt, stehen nicht schlecht.

Die Lakers profitieren davon, dass der zweimalige Olympiasieger ein echter Teamplayer ist. Er setzt seine Mitspieler in Szene, elf Assists pro Partie stehen aktuell zu Buche – Liga-Bestwert. „Das war zwar nie mein Ziel, aber der Assist war immer schon mein Favorit, weil es meinen Mannschaftskollegen die Möglichkeit gibt zu punkten“, sagte James. „Er ist einer der besten, vielleicht der beste Passgeber der Liga“, lobte sein Trainer Frank Vogel.

Zwar lässt sich der momentane Höhenflug (noch) nicht mit den legendären „Showtime“-Lakers der 1980er Jahre vergleichen – damals holte das Team um NBA-Ikone Magic Johnson fünf Titel in neun Jahren – aber dank James gibt es endlich wieder Hoffnung.