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„NBA bleibt das Ziel“
FC Bayern soll für Williams nur eine Durchgangsstation sein

Derrick Williams läuft beim FC Bayern mit der Nummer 23 auf.
Derrick Williams läuft beim FC Bayern mit der Nummer 23 auf. FOTO: dpa / Matthias Balk
Der FC Bayern hat seinen Luxuskader mit Derrick Williams verstärkt. Der ehemalige Teamkamerad von LeBron James macht allerdings keinen Hehl daraus, dass das Engagement in München nur eines auf Zeit sein soll. Am Sonntag könnte Williams debütieren.

Mit leuchtenden Augen berichtete Derrick Williams von seiner großen Leidenschaft: "Ich liebe Fußball, ich habe gestern Abend Europa League geschaut. Ich bin ein großer Fan", sagte der neue Hochkaräter des deutschen Basketball-Meisters Bayern München bei seiner Vorstellung.


Bodenständig und sympathisch sprach der 27 Jahre alte NBA-Star von seinen Zielen, von Allüren keine Spur. "Ich will die Leute Lügen strafen", sagte Williams, der beim Draft 2011 an zweiter Stelle von den Minnesota Timberwolves gewählt worden war, dieses große Versprechen bisher aber (noch) nicht eingelöst hat.

Dass das Engagement bei den Bayern nur eines auf Zeit sein soll, daraus machte der US-Amerikaner, der einst auch in Cleveland an der Seite von Superstar LeBron James spielte, keinen Hehl. "Die NBA bleibt das Ziel, aber das heißt nicht, dass ich nicht mit dem Kopf hier wäre", sagte Williams, der 428-mal in der nordamerikanischen Profiliga zum Einsatz kam: "Ich will dahin zurück, wo ich herkomme."



Bereits am Sonntag (15.00 Uhr/Telekom Sport) könnte Williams im Pokal-Achtelfinale gegen die Giessen 46ers sein Debüt für den Double-Gewinner geben, der mit der spektakulären Verpflichtung seine Ambitionen unterstrich. "Jeder erwartet große Dinge von mir, aber ich sehe das nicht als Druck, sondern als Herausforderung", so Williams. Er sehe den Wechsel nach Deutschland "nicht als Rückschritt, sondern als Schritt nach vorne." Die BBL sei "eine großartige Liga", sagte er: "Der FC Bayern ist das Beste für mich."

Bayern-Präsident Uli Hoeneß wollte die Erwartungen indes auf mehrere Schultern verteilt wissen: "Man sollte davon abkommen, immer nur auf die einzelnen Spieler zu schauen. Es geht darum, wie zusammengearbeitet wird." Hoeneß nahm das Kollektiv in die Pflicht: "Tatsache ist, dass die ganze Mannschaft besser spielen muss, und das wird sie in den nächsten Spielen ganz sicher tun".

Williams ist heiß auf seinen ersten Auftritt im Bayern-Dress, auch auf die EuroLeague freut er sich. Die Perspektive, sich auf internationalem Parkett zu präsentieren, habe bei seiner Entscheidung "eine große Rolle gespielt, das ist einer der besten Wettbewerbe der Welt", betonte Williams, der auch eine kurze Kostprobe seines Könnens gab. Den Anspruch der Münchner hat er bereits übernommen: "Ich erwarte einen Haufen Siege von uns, das ist das Wichtigste."

Nach der Pflichtnummer im Pokal beginnt am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr) gegen Anadolu Istanbul um Nationalspieler Tibor Pleiß der Ernstfall EuroLeague. Am 14. Oktober könnte Williams bei den Löwen Braunschweig sein Debüt in der Basketball Bundesliga (BBL) feiern.

Dass Williams nun für den Verein spielt, der im Fußball in Deutschland das Maß aller Dinge ist, dürfte ein weiterer Pluspunkt für den FC Bayern gewesen sein: "Ich kann es nicht erwarten, ein Spiel zu sehen". Gelegenheiten wird es sicherlich genug geben.

(sid/old)