BBL will ohne WM-Schwung hohe Ziele erreichen

Basketball : Ohne WM-Schwung zu hohen Zielen

Das schwache Abschneiden bei der WM in China sorgt bei den Clubs der Basketball-Bundesliga für Enttäuschung.

Stärkere Attraktivität für Spieler und Sponsoren, größere mediale Aufmerksamkeit und vielleicht sogar ein kleiner Hype – die Clubs der Basketball-Bundesliga (BBL) hatten sich von der WM in China deutlichen Rückenwind versprochen. Die Ernüchterung nach einem schwer enttäuschenden Sommer ist entsprechend groß. Die an diesem Dienstag startende, aufstrebende Liga muss die nächsten Entwicklungsstufen somit gänzlich aus eigener Kraft stemmen.

„Es wäre eine riesige Chance gewesen“, sagte Präsident Uli Hoeneß vom klaren Liga-Favoriten Bayern München und trauerte ob des 18. Platzes der deutschen Nationalmannschaft bei dem Großereignis noch immer ein wenig: „Das ist schade für uns alle, die den Basketball lieben. Wir hatten gehofft, dass die Nationalmannschaft einen weiteren Push für den Sport gibt.“

Das Nationalteam ist das Zugpferd der Sportart. Das gilt im Basketball wie im Handball, Eishockey oder auch Fußball. Während die Konkurrenten um Fans und Aufmerksamkeit in den vergangenen Jahren aber allesamt vielbeachtete Erfolge ihrer Auswahlen feierten, muss die BBL ihre Zielstellung, bis 2020 die beste nationale Liga Europas zu werden, mit Bordmitteln stemmen. „Die WM war nicht hilfreich, aber wir haben einen klaren Plan. Wir wachsen, die Vorfreude ist überall spürbar“, sagte BBL-Chef Stefan Holz trotzig.

Wirtschaftlich zeigen die Charts klar nach oben, die Vorgaben der Liga sind durchaus fordernd. Das spürte auch der sportliche Aufsteiger Nürnberg Falcons, der letztlich die Lizenz nicht erhielt. Für die kommende Saison, die an diesem Dienstag mit der Partie zwischen Ulm und Rasta Vechta (19 Uhr/live bei Magentasport) startet, versprechen sich die Ligavertreter auch sportlich noch einen deutlichen Schritt nach vorne. Bisher konnten die BBL-Clubs auf europäischer Ebene nicht mit den Topteams aus Spanien, Griechenland oder Russland mithalten.

Doch Meister München macht sich nun daran, das zu ändern. „So ein Team haben wir in Deutschland noch nie gesehen“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi von Alba Berlin anerkennend. Unter anderem NBA-Veteran Greg Monroe (Philadelphia 76ers), Nationalspieler Paul Zipser (San Pablo Burgos), der französische WM-Bronzemedaillengewinner Mathias Lessort (Unicaja Malaga) und Passspezialist T.J. Bray (Rasta Vechta) sollen für den dritten Meistertitel in Serie sorgen. Und für das Erreichen der Playoffs in der Euroleague. Das hat bisher noch kein Team aus Deutschland geschafft.

In der europäischen Königsklasse spielen auch die Berliner, die ihren Trainer Aito Garcia Reneses von einer weiteren Saison in der Hauptstadt überzeugen konnten und als größter Konkurrent um den Titel gelten. Viel Interesse rufen die neuformierten Ulmer sowie die Hamburg Towers hervor. Das Team um Ex-Nationalspieler Heiko Schaffartzik steigt am kommenden Montag ein. Mit der Höchstschwierigkeit: Die Bayern bitten zum Duell.

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