Basketball: Deutsche starten optimistisch zur WM nach China

Team startet ins Reich der Mitte : Basketballer fliegen optimistisch nach China

Die deutsche Nationalmannschaft startet ihr WM-Abenteuer. Bevor es ernst wird, stehen noch drei Testspiele an.

Lässig hockten die deutschen Basketballer um Teamleader Dennis Schröder am Gate in den Sitzen und warteten in aller Ruhe auf ihren Aufruf. Vor dem Einstieg in den Flieger vertrieben sich manche Spieler die Zeit mit einem lockeren Plausch, andere schauten aufs Handy. Kurz vor 17 Uhr war es am Mittwoch endlich soweit, der Flug LH714 hob mit etwas Verspätung aus München Richtung Tokio ab, das WM-Abenteuer hat endgültig begonnen.

Zwei freie Tage hatte Henrik Rödl seinen Spielern nach dem Supercup-Erfolg in Hamburg gegönnt. Ein letztes Mal war vor der Weltmeisterschaft in China (31. August bis 15. September) abschalten, allerdings nicht für den Bundestrainer. „Es gab viele Sachen zu analysieren vom Wochenende“, sagte Rödl kurz vor der Abreise.

Anders sah das Programm bei seinen Schützlingen aus. NBA-Profi Schröder entspannte sich mit Familie und Freunden, Paul Zipser ging ins Kino, der angeschlagene Robin Benzing verbrachte viel Zeit mit seiner Frau und seiner Tochter. Nebenbei kümmerte sich der Kapitän intensiv um sein Knie.

„Ich habe mich erholt, das Knie hochgehalten, ein bisschen gekühlt, aber auch gleichzeitig bewegt“, sagte Benzing, der beim Turniersieg wegen der Verletzung fehlte: „Ich war fahrradfahren, habe Stabilisierungsübungen gemacht. Jetzt bin ich bereit, loszutrainieren, loszuspielen, und dann glaube ich, dass alles gut wird.“

Nach den beiden freien Tagen gibt es jetzt für das talentierte Team kaum noch Erholungspausen. An diesem Freitag (10 Uhr MESZ) gegen Tunesien und am Samstag (8 Uhr/beide MagentaSport) gegen Gastgeber Japan stehen in Saitama unweit von Tokio nach bislang vier erfolgreichen Tests weitere Vorbereitungsspiele an. Die Generalprobe gegen Australien am kommenden Mittwoch steigt dann schon in China, bevor es am 1. September in Shenzhen gegen Frankreich ernst wird.

Für Rödl geht es zunächst vor allem darum, sich nach der Ankunft in Fernost zu akklimatisieren. „Es dauert ja einen ganzen Tag, bis wir in Japan sind. Dann müssen wir uns an die Zeitumstellung gewöhnen, ein bisschen trainieren, dann kommen gleich die zwei Spiele“, sagte der deutsche Trainer: „Es geht jetzt ganz, ganz schnell.“ Rödl hat noch viel Arbeit auf dem Zettel. Er habe kein „fertiges Team“, sagte der 50-Jährige nach dem Supercup, auch Maximilian Kleber sprach von „Baustellen“, die es zu beheben gelte. Die Mannschaft, die 2017 mit dem Viertelfinal-Einzug bei der EM ein erstes Achtungszeichen setzte, will sich weiter an die Spitze heranpirschen. Träume sind erlaubt.

Viel Potenzial ist jedenfalls vorhanden. Rödl ließ mit Moritz Wagner (Washington Wizards) sogar einen NBA-Profi zu Hause. Trotzdem hat er viel Power aus der weltbesten Liga an Bord: Schröder, Daniel Theis, Kleber und Isaac Bonga deuteten im Verlauf der Vorbereitung ihre Qualitäten bereits an.

Rödl ist optimistisch und bereit, loszulegen. „Ich hoffe, dass wir uns schnell an die asiatische Zeit gewöhnen und letztendlich auch vernünftig arbeiten können bei den Spielen“, sagte er und erwartet keine Probleme. „Die Zeitverschiebung ist ja jetzt nicht ganz neu für die Jungs.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung