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BBL
Basketball-Bär Bryant lässt Außenseiter Gießen glänzen

John Bryant ist in der Basketball-Bundesliga derzeit der beste Korbjäger. Foto: Nicolas Armer
John Bryant ist in der Basketball-Bundesliga derzeit der beste Korbjäger. Foto: Nicolas Armer FOTO: Nicolas Armer
Gießen. Wer John Bryant unentwegt eine Praline vernaschen sehen möchte, kann dies im Internet problemlos tun. In einer Endlosschleife führt der 2,11 Meter große Basketball-Star mit den markanten Locken das kleine Schokostück immer wieder grinsend zu seinem Mund und dann schnell wieder weg. Von Patrick Reichardt, dpa

Die Gute-Laune-Animation der Gießen 46ers auf der Vereinshomepage beschreibt den Gemütszustand von Bryant und seinen Teamkollegen bestens: ganz viel Leichtigkeit, keine Probleme und eine Situation, die dem Verein nach vielen schweren Jahren einfach bestens schmeckt.


Basketball-Riese Bryant ist mit seinen 31 Jahren der Leistungsträger des Teams, er selbst sieht sich auch als einer der Anführer. „Meine Rolle ist genau das: Alles zu tun, um dem Team zum Sieg zu verhelfen. Aber auch außerhalb des Parketts, sehe ich es als meine Aufgabe als Kapitän darin, das Team zusammenzubringen und meine Erfahrung weiterzugeben“, sagte Bryant der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahlen sprechen für ihn: 18,4 Punkte pro Spiel sind genauso Liga-Bestwert wie 10,8 Rebounds. Selbst den Dreier hat der „Koloss aus Kalifornien“ sicher im Gepäck.

Für ihn ist das Spiel in seiner Wahlheimat München sowieso etwas Besonderes, doch dank seines Traumstarts wird das Gastspiel der Hessen beim FC Bayern auch sportlich zu einem echten Spitzenspiel. Der Meister und Tabellenführer aus München, noch immer ungeschlagen, empfängt dabei den sensationellen Dritten, der nach acht Spielen unter anderem vor Serienmeister Brose Bamberg liegt.



Bryant pflegt eine ganz besondere Beziehung zur Stadt München: Er gewann 2014 mit den Roten die Meisterschaft, sein Sohn kam dort zur Welt, seine Freundin stammt aus der Millionenstadt. „Es ist mein zweites Zuhause, da meine Familie da ist und ich mit der Stadt an sich sehr viel verbinde“, sagte der Kalifornier, der sich nach Stationen in Ulm, München und Gießen in Deutschland längst heimisch fühlt.

Als er nach einer kurzen Auslandstour mit Stationen Valencia und AS Monaco in die BBL zurückkehrte, wünschte ihm sein alter Ulm-Kumpel Per Günther für die Station Gießen, „dass er seinen etwas ramponierten Ruf aufpolieren kann“. Das ist Bryant nun bestens gelungen. Der Center fühlt sich wohl, zeigt starke Leistungen und ist als Kapitän auch im Team anerkannt. „Es macht mir sehr viel Spaß, ich fühle mich wohl und hoffe, dass wir unsere Erfolge fortsetzen können“, erklärte Bryant. Seinen Vertrag verlängerte er bis deshalb bis 2020.

„Er hat viel Erfahrung, mit der er unsere jungen Spieler führen kann, und er hat seine Stärken auf dem Feld, die wir optimal ausnutzen. Auf der anderen Seite hat er einen besonderen positiven Charakter, mit dem er seine Mitspieler in den Bann ziehen kann. Das passt gut zusammen“, lobte Trainer Ingo Freyer, in dessen System sich viel um Bryant und dessen Vorzüge dreht.

Mit seiner Länge und seinem robusten Körperbau wirkt der 31-Jährige in der hochathletischen Basketball-Welt zwar manchmal wie ein kraftvoller und tapsiger Bär, doch seinen Killerinstinkt hat Bryant in all den Jahren nicht verloren. Das werden sie nirgends besser wissen als in München.

Mitteilung zu Freyer Vertrag

Kader Gießen 46ers

Spielplan Gießen 46ers

Spielerprofil John Bryant

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