Spielen in den Weiten der Fantasiewelten

Spielen in den Weiten der Fantasiewelten

Auf der Computerspiele-Messe Gamescom in Köln dreht sich alles um riesige Spielewelten. Die Branche verspricht Bilder so detailreich und realistisch wie noch nie.

Fünf Tage lang ist Köln in dieser Woche am kollektiven Daddeln. In der Domstadt findet zum sechsten Mal die Spielemesse Gamescom statt, eine der bedeutendsten Messen für interaktive Unterhaltungselektronik der Welt. Morgen startet die Messe für Fachbesucher, bis Sonntag ist sie dann für alle Interessierte geöffnet.

Intensiver denn je sollen die Besucher dort in diesem Jahr in ungeahnt große und detailreiche Fantasiewelten eintauchen. 340 000 Besucher waren 2013 zur Gamescom gekommen - ein Rekord. Vor allem die neuen Spielekonsolen hatten im vergangenen Jahr die Massen gelockt. Was aber alles in der neuen Konsolengeneration steckt, soll sich den Spielefans erst in diesem Jahr so richtig eröffnen. Auf die Besucher warten neue Spiele, die "die Möglichkeiten der neuen Konsolengeneration erstmals richtig nutzen", wie der Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), Maximilian Schenk, verspricht. Die neuen Konsolen haben eine größere Rechenkraft. Entwickler konnten so Spielewelten erschaffen, die sich den Nutzern nun in einer Größe und einem Detailreichtum zeigen sollen, wie es zuvor nicht möglich gewesen war. Das unterstützt klar eine Entwicklung am Spielemarkt, die der Verband als aktuellen "Mega-Trend" der Branche bezeichnet: die offenen Spielewelten. Die Spiele, in denen sich der Gamer frei bewegen kann, sind demnach ein großes Thema auf der diesjährigen Gamescom , die passend dazu das Motto "Spielend neue Welten entdecken" trägt. Auf eigene Faust sollen sich in neuen Spielen virtuelle Kontinente entdecken lassen - und das, dank verbesserter Grafik, in so realistischen Bildern wie noch n ie.

Noch einen Trend beobachtet die Branche: Mit unkomplizierten Spielen für Smartphone und Tablet-Computer lässt sich zunehmend mehr Geld mit einem wachsenden Kundenkreis machen. Mit Spiele-Apps auf einem Mobilgerät ist dem Branchenverband BIU zufolge mittlerweile gut jeder fünfte Deutsche am Daddeln. Der Umsatz mit Spiele-Apps und virtuellen Zusatzinhalten stieg im ersten Halbjahr dieses Jahres um satte 133 Prozent auf 114 Millionen Euro an. Entsprechend wird das Trendprodukt Spiele-App auch auf der Gamescom prominent vertreten sein. Neben den einfachen Gelegenheitsspielen sollen den Besuchern dabei auch anspruchsvollere Spiele für mobile Geräte vorgestellt werden.

Insgesamt erwarten die Gamescom-Veranstalter auf einem 140 000 Quadratmeter großen Gelände mehr als 650 Aussteller aus über 45 Ländern. Rund 60 Prozent der Anbieter kommen laut Messebetreiber Koelnmesse dabei aus dem Ausland. Partnerregionen sind in diesem Jahr die nordeuropäischen Länder Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Deren Unternehmen sind den Angaben zufolge vor allem für ihre besondere Stärke bei der Entwicklung von mobilen Spielen bekannt.

Was sie alles in petto haben, zeigen die Aussteller zunächst morgen den Fachbesuchern und Medien. Ab Donnerstag dürfen dann zusätzlich die Privatbesucher zur Gamescom kommen und die Spieleneuheiten der Anbieter testen. Knapp eineinhalb Wochen vor Start waren aber die übers Internet vertriebenen Tagestickets für Privatbesucher schon ausverkauft. Wer sich nicht rechtzeitig gekümmert hat, dem bleibt nur das Schlangestehen vor den Messehallen in Köln-Deutz in der Hoffnung auf ein Nachmittagsticket. Wartende haben zum Zeitvertreib aber bestimmt ja die ein oder andere Spiele-App auf dem Smartphone parat.

gamescom.de