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"Spaß muss sein"

Saarlouis. Der Titel ist Programm: In der Ausstellung "Spass muss sein. Rudolf Hesse-Zeichnungen, Gemälde, Karikaturen" kann man sich vom satirischen Talent und der Vielseitigkeit eines Künstlers überzeugen, der - verglichen mit zeitgenössischen Kollegen - immer etwas im Hintergrund stand

Saarlouis. Der Titel ist Programm: In der Ausstellung "Spass muss sein. Rudolf Hesse-Zeichnungen, Gemälde, Karikaturen" kann man sich vom satirischen Talent und der Vielseitigkeit eines Künstlers überzeugen, der - verglichen mit zeitgenössischen Kollegen - immer etwas im Hintergrund stand. Erstaunlicherweise, denn Rudolf Hesse (1871-1944) war feinfühliger Porträtmaler und ein Meister der Karikatur- und Illustrationskunst.


In den humorvoll-grotesken Milieustudien werden vor allem Mitmenschen, alltägliche Begebenheiten aber auch politische Themen treffsicher "auf´s Korn" genommen. Dies jedoch stets mit liebevollem Blick auf die Unzulänglichkeiten seiner Umgebung. Damit steht Hesse, der nach München zog, aber seiner saarländischen Heimat verbunden blieb, in der Tradition großer Karikaturisten wie Wilhelm Busch.

Nach dem Studium gelang dem Künstler 1912 der Durchbruch: Vor allem die Veröffentlichung des Albums "Spass muss sein" bezeichnet einen Meilenstein seiner Laufbahn. Eine schnelle und spielerisch-sicher wirkende Linienführung charakterisiert auch diese Sammlung satirischer Zeichnungen.



Hesses Wirken vor der Kulisse zweier Weltkriege, Weimarer Republik, Wirtschaftskrise und Drittem Reich umfasst neben unzähligen Karikaturen, Zeichnungen und grafischen Arbeiten mehr als 2000 Ölgemälde.

Die Ausstellung gewährt einen umfassenden Einblick in die einzelnen Schaffensphasen dieses produktiven Künstlers. Trotz der revolutionären Strömungen der Moderne hielt Hesse der klassisch-naturalistischen Malerei die Treue. In diesem Rahmen zeigte er eine große Bandbreite an malerischen Fähigkeiten, die weit über das Humoristische hinausreichen. So ist auch eine Serie von Kohlezeichnungen zur Leidensgeschichte Christi zu sehen. Der Fokus aber liegt auf der heiteren Seite seiner Kunst. mz

Bis 30. August, Infos im Internet: www.rudolf-hesse.com