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Leserbrief Spahn will Organspende zur Pflicht machen
Zum Wohle der Menschen handeln

 Mehr als 10 000 Menschen warten in Deutschland auf ein Organ, um würdevoll leben zu können beziehungsweise um überhaupt weiterleben zu können. Daher verspricht der Vorschlag von Minister Spahn endlich eine menschliche Lösung, auch wenn die üblichen Bedenkenträger ignorieren, was in den umliegenden Ländern selbstverständlich ist.

Fassungslos bin ich über die Haltung der evangelischen Landesbischöfin Junkermann, die sich um verstorbene Menschen als Materiallager sorgt und den Begriff „Spende“ nicht gewahrt sieht. Anderen Menschen Organe zu geben, um ihnen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen oder sie sogar vor dem Tod zu bewahren, ist auch aus christlicher Sicht ethisch und moralisch sinnvoller, als die Organe einem Krematorium oder einer Erdbestattung zu überlassen. Den Begriff „Spende“ lassen wir weg und sagen einfach „Geben“. Das gleiche Trauerspiel ist für mich die Haltung des Vorsitzenden des Ethikrates. Er hat offenbar ein eigenartiges Verständnis von Ethik. Die dargestellten Probleme in den Krankenhäusern sind eine Blamage für die Verantwortlichen und eine Schande für unser Land, aber sie sind lösbar. Was in Nachbarländern seit vielen Jahren zum Wohle der Menschen gehandhabt wird, muss auch bei uns möglich sein.


Horst Müller, St. Wendel-Marth