Solarbranche strebt wieder zur Sonne

Solarbranche strebt wieder zur Sonne

Frankfurt. Nach einem turbulenten Jahr will die Solarbranche 2010 dauerhaft auf der Sonnenseite stehen. Die Unternehmen hoffen vor allem darauf, dass international die Märkte endlich zulegen. Der Optimismus ist groß. Der Solarzellenspezialist Q-Cells rechnet damit, dass der Weltmarkt um 40 bis 60 Prozent wächst

Frankfurt. Nach einem turbulenten Jahr will die Solarbranche 2010 dauerhaft auf der Sonnenseite stehen. Die Unternehmen hoffen vor allem darauf, dass international die Märkte endlich zulegen. Der Optimismus ist groß. Der Solarzellenspezialist Q-Cells rechnet damit, dass der Weltmarkt um 40 bis 60 Prozent wächst. 2009 stagnierte das Geschäft in der Wirtschaftskrise, einzig in Deutschland gab es dank eines fast unheimlichen Booms in der zweiten Jahreshälfte Wachstum. Die weitere Entwicklung hierzulande ist noch unsicher. Sie hängt vor allem davon ab, wie stark die Bundesregierung die Förderung beschneidet. Dass es über die im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegten Einschnitte hinaus weitere Subventionskürzungen gibt, gilt als sicher. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sprach sich für Einschnitte aus. Verbraucherschützer fordern einen deutlichen Abbau der Förderung. Sie fürchten ausufernde Belastungen für die Bürger, da die Subvention für die noch nicht wettbewerbsfähige Sonnenenergie auf alle Stromverbraucher umgelegt wird. Je mehr Solaranlagen für die Stromerzeugung aufgestellt werden, desto höher wird die Umlage. Und in der zweiten Jahreshälfte ist die Zahl neuer Solaranlagen in Deutschland geradezu explodiert. Ausgelöst wurde der Boom durch einen beispiellosen Preisverfall, der die Renditen der Anlagenbetreiber dank stabiler Subventionen kräftig erhöhte. Trotzdem wurden auch die deutschen Hersteller 2009 kräftig durchgeschüttelt. Vor allem die drastischen Subventionskürzungen in Spanien - zuvor einer der wichtigsten Solarmärkte - ließen seit Ende 2008 die weltweite Nachfrage einbrechen. Verschärft wurde die Lage durch die Finanz- und Wirtschaftskrise. Hinzu kam ein aggressiver Produktionsaufbau in China. Dies führte zu dem heftigen Preiseinbruch für Solarmodule, den Experten inzwischen auf 40 Prozent im Vergleich zum Spitzenwert im dritten Quartal 2008 beziffern. Davon wurden die erfolgsverwöhnten Modulhersteller kalt erwischt. Lange konnten sie gar nicht schnell genug produzieren - auf einmal wurden sie ihre Anlagen nicht mehr los. Auf breiter Front rutschten die Unternehmen in die Verlustzone. Wie sehr die Branche litt, macht der 2008 noch weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells deutlich. Q-Cells dürfte nach millionenschweren Abschreibungen in diesem Jahr vermutlich einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro verbuchen. Branchenbeobachter begrüßen die Entwicklung. "Die Preissenkungen machen solaren Strom wettbewerbsfähig", sagte Energieexperte Philipp Gerbert von der Beratungsgesellschaft Boston Consulting. dpa

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