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Soester: Kreditinstitute müssen an die Kosten und Strukturen ran

Saarlouis. Die Volksbank Westliche Saar Plus hat sich im Jahr 2014 gut geschlagen. Dennoch führt für Vorstandschef Edgar Soester angesichts niedriger Zinsen kein Weg an strikter Kostenkontrolle vorbei. Joachim Wollschläger

Der Zinsüberschuss sinkt, die Provisionseinnahmen sind bereits auf hohem Niveau. "In solch einer Situation bleibt es den Instituten nur noch übrig, die Prozesse zu verschlanken und die Strukturen zu optimieren", sagt Edgar Soester, Vorstandschef der Volksbank Westliche Saar Plus. Angesichts einer zunehmenden Online-Nutzung derentwegen Filialen immer seltener frequentiert werden, müsse man auch die Filialstruktur überprüfen. Die Volksbank Westliche Saar Plus, die im vergangenen Jahr aus der Fusion der Volksbank Saar-West und der Volksbank Saarlouis hervorging, hat aktuell 23 Filialen und acht Selbstbedienungsstellen. Ob Filialen geschlossen oder nur neu strukturiert werden müssen, stehe aber noch nicht fest.

Auf das Fusionsjahr 2014 blickt Soester bei der Präsentation der Jahresbilanz zufrieden zurück: Trotz schwieriger Gesamtbedingungen durch den Niedrigzins und hoher Belastungen durch die Fusion habe sich die Bank gut geschlagen. Das Betriebsergebnis vor Bewertung, in dem die Fusionskosten noch nicht enthalten sind, ist um 5,5 Prozent auf 6,9 Millionen Euro gesunken, das Ergebnis vor Steuern beträgt fusionsbedingt nur 4,5 Millionen Euro . Das habe allerdings immer noch gereicht, um weitere drei Millionen Euro ins Eigenkapital einzustellen. Mit einem haftenden Eigenkapital von mittlerweile 92 Millionen Euro erfülle die Bank bereits jetzt die erst ab 2018 geltenden verschärften Anforderungen, sagt Soester.

Bei den Kundenkrediten gab es vor allem im privaten Sektor eine höhere Nachfrage. Für die Finanzierung gebrauchter Immobilien oder energetische Sanierungen hätten die Kunden mehr Geld nachgefragt. Während das private Kreditvolumen um 14 Millionen auf 431 Millionen Euro stieg, sank gleichzeitig die Nachfrage im Firmenkundengeschäft, so dass die Kundenkredite insgesamt mit 588 Millionen Euro stabil blieben.

Anders die Kundeneinlagen: Sie sind trotz der schlechten Verzinsung noch einmal um 3,4 Prozent auf 696 Millionen Euro gestiegen. "Dieses Plus hat uns schon überrascht", sagt Soester. Denn gleichzeitig sei zu beobachten, dass aktuell viel Geld in den privaten Konsum fließt.

Beim Zinsüberschuss, der mit 21,6 Millionen Euro fast konstant blieb, malt Soester kein optimistisches Bild: "Hier werden wir in den nächsten Jahren deutliche Rückgänge sehen", sagt er. Diese zu kompensieren, werde jetzt die vordringliche Aufgabe sein. Anders als viele seiner Kollegen aus dem Volksbanken- und Sparkassen-Lager sieht Soester wenig Chancen, die Rückgänge durch höhere Provisionserträge zu kompensieren. Hier hatte die Volksbank im vergangenen Jahr 7,6 Millionen Euro eingenommen: "Damit lagen wir allerdings bereits im Spitzenfeld der Volksbanken", sagt Soester.