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Leserbrief Gastwirt Rudolf Markl
So weiß ich, wohin ich nicht gehe

 Diesem Herrn gebührt Hochachtung zu diesem Schritt, der hoffentlich Nachahmer finden wird: Künftig wüsste ich als Mutter nämlich sofort, welche Lokalitäten ich meide, um meinem Kind Erlebnisse wie die folgenden zu ersparen: In einem Zeitschriftenladen mit Postagentur steht mein Siebenjähriger an, um ein Paket abzuschicken.

Das geduldig wartende Kind wird ignoriert, stattdessen quasselt die Dame hinter der Theke mit drei älteren Herrschaften, die auf ein Schwätzchen gekommen sind, bis vorm Schaufenster ein Köter bellt, hochspringt und fast den Fahrradständer umwirft. Die Herrschaften blicken zur Tür. „Wie der Kleine sich freut! Er weiß, dass er jetzt sein Leckerli bekommt!“ Die Ladeninhaberin überschlägt sich fast, um mit dem Hund Eidei­dei zu machen. Bei der Rückkehr in den Laden nimmt sie mein geduldig wartendes Kind flüchtig wahr. „Kriegst Du was?“, wird wenig freundlich gefragt. Endlich wird das Kind bedient. Mit keinem Wort wird sein geduldiges Warten anerkannt. Im Einkaufszentrum später soll mein Kind an der Information den Leergutbon einlösen. Drei Damen dahinter führen ein Privatgespräch. Niemand nimmt Notiz vom wartenden Kind. Ein Erwachsener kommt. Das Gespräch verstummt. – „Bitteschön?“ Er lässt sich bedienen. Kein Wort davon, dass das Kind zuerst da war. Diesen Ladenbetreibern rate ich dem Beispiel des Restaurantbesitzers zu folgen: Schild aufstellen. Problem gelöst.


Saskia Hurtak, Saarbrücken