So ticken die sieben Ernährungstypen

Ernährung : So ticken die sieben Ernährungstypen

Eine aktuelle Studie legt nahe, dass die Mehrheit der Bürger Wert auf eine gesunde Ernährung legt. Bei Stress wird’s dennoch oft ungesund.

(np) Die Menschen in Deutschland lassen sich in sieben Ernährungstypen einteilen. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Allensbach im Auftrag des Lebensmittelkonzerns Nestlé unter 1636 Personen im Alter zwischen 14 und 84 Jahren durchgeführt hat.

Die sorglosen Sattesser (10 Prozent): Ordentliche Portionen sind dieser Gruppe wichtiger als Qualität. Oft sind es jüngere, ledige Männer mit niedrigem Bildungsniveau und geringem monatlichen Einkommen. Gesunde Ernährung spielt für sie eine unbedeutende Rolle. Beim Essen geht es dem sorglosen Sattesser darum, so schnell wie möglich Appetit und Hunger zu stillen. Die Mahlzeiten werden unreflektiert und unregelmäßig eingenommen.

Auch für körperliche Bewegung begeistern sie sich nur wenig. Als Resultat ihrer Lebensgewohnheiten ist ihr Gesundheits- und Fitnesszustand meist nicht besonders gut. Übergewicht und dessen Folgeerscheinungen wie Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte treten bei diesem Ernährungstyp häufiger auf.

Kochen und Einkaufen empfinden die sorglosen Sattesser als lästig. Eingekauft wird in der Nähe und möglichst billig. Wenn sie auswärts essen, bevorzugen sie deftige Hausmannskost. Daheim bestimmen Mikrowellen- und Tiefkühlkost ihren Speiseplan. Die sorglosen Sattesser machen sich kaum die Mühe zu kochen, sondern greifen zu Fast Food.

Die Problembewussten (11 Prozent): Zu diesem Ernährungstyp zählen viele Bürger, die bereits im Ruhestand sind und die in Mittel- und Kleinstädten sowie ländlichen Regionen wohnen. 63 Prozent der Problembewussten sind Frauen.

Meist müssen sie aus gesundheitlichen Gründen diszipliniert auf ihre Ernährung achten, denn sie leiden häufig an Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhtem Cholesterinspiegel. Aus diesem Grund ist es den Problembewussten wichtig, ihre Gesundheit zu schonen.

Sie legen zudem großen Wert auf regelmäßige Arztbesuche sowie Informationen von Gesundheits- und Ernährungsexperten. Frische Lebensmittel, Obst und Gemüse sind ein wichtiger Bestandteil ihrer Ernährung. Beim Einkauf achten sie neben der Frische auf die Qualität und den Preis. Die Problembewussten bereiten ihre Mahlzeiten fast ausschließlich selbst zu und essen nur selten außer Haus.

Die modernen Multi-Optionalen (23 Prozent): Zu dieser Gruppe zählen hauptsächlich Frauen und Männer im Alter zwischen 30 und 59 Jahren. Sie sind meist höher gebildet und bekleiden im Beruf hohe Positionen. Daher stellen sie auch hohe Ansprüche an ihren Beruf. Ebenso anspruchsvoll sind sie beim eigenen Lebensstil, ihrer Gesundheit und ihrer Ernährung.

Beim Thema Ernährung sind ihnen wissenschaftliche Erkenntnisse wichtig. Sie legen großen Wert auf eine hohe Qualität der Lebensmittel. Allerdings werden sie ihren eigenen Ansprüchen oft nicht gerecht, denn volle Terminkalender führen dazu, dass sie ihr Essen häufig unter Zeitdruck und Stress einnehmen. Deshalb müssen sie beim Essen Abstriche in Kauf nehmen. Ihren eigenen Wunsch nach hochwertigen Mahlzeiten können sie nicht durchgängig erfüllen.

Unter der Woche essen die modernen Multi-Optionalen meist auswärts. Was jedoch während der Woche auf der Strecke bleibt, versuchen sie am Wochenende mit einer hochwertigen, gesunden und ausgewogenen Ernährung ausgiebig nachzuholen. Dann kocht dieser Ernährungstyp im geselligen Beisammensein mit Familie und Freunden internationale Gerichte mit frischen, hochwertigen Zutaten.

Die Nestwärmer (15 Prozent): Hier handelt es sich um ausgesprochene Familienmenschen. Unter den Nestwärmern ist der Frauenanteil überproportional hoch. Sie haben meistens Kinder und leben häufiger in Kleinstädten oder im Umland mittlerer sowie größerer Städte. Sie verfügen über ein mittleres bis hohes Haushaltseinkommen.

Ausgeglichenheit, Harmonie und Verantwortung ist ihnen im familiären Umfeld und in anderen Lebensbereichen ein großes Anliegen. Das gilt auch für die Ernährung. Aus diesem Grund kochen sie sehr gerne und häufig und scheuen dabei keinen Aufwand, um ihre Familie gesund und ausgewogen zu ernähren.

Beim Einkauf legen Nestwärmer großen Wert auf Frische, Qualität und Herkunft der Lebensmittel. Dafür greifen sie auch gern tiefer in die Tasche. Ihnen ist es wichtig, jeden Tag mindestens eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu bringen. Zudem schätzen sie das Gemeinschaftserlebnis bei Tisch. Damit liegen die Nestwärmer voll im Trend. Denn 77 Prozent aller für die Studie Befragten gaben an, gemeinsame Mahlzeiten seien wichtig.

Die Gehetzten (14 Prozent): Zum Ernährungstyp der Gehetzten zählen überwiegend ledige, karriereorientierte Männer im Alter von 20 bis 45 Jahren. Bei ihnen landen aufgrund eines vollen Terminkalenders häufig Fast Food und fettreiche Snacks auf dem Teller. Die Gehetzten empfinden Einkaufen als lästige, zeitraubende Aktivität. Wenn sie einkaufen, landet nur selten frisches Obst und Gemüse im Einkaufswagen. Sie bevorzugen Fertiggerichte, die sie schnell und einfach zubereiten können.

Tagsüber nehmen die Gehetzten häufig kleine Mahlzeiten zu sich, jedoch ohne Plan und Konzept. Dabei treibt sie der Heißhunger an. Ihnen ist durchaus bewusst, dass sie besser auf ihre Ernährung und Gesundheit achten sollten. Und das würden sie auch gerne, doch der prallgefüllte Terminkalender hindert sie daran.

Die Gehetzten leiden überdurchschnittlich oft an Schlafstörungen, Müdigkeit und Übergewicht. Dennoch bevorzugen sie deftige Kost, sei es aus der heimischen oder internationalen Küche. An den Wochenenden nutzen sie die Möglichkeit, das Essen zu genießen. Dann nehmen sie die Mahlzeiten am liebsten mit der Familie oder Freunden ein.

Die Gesundheitsidealisten (12 Prozent): Die Gesundheitsidealisten sind zu drei Viertel Frauen. Sie wohnen meist in der Stadt. Unter ihnen finden sich überdurchschnittlich viele Akademikerinnen und Akademiker mit einem sehr hohen Anspruch an ihr eigenes Leben. Dazu gehört ein Leben im Einklang mit der Natur. Dieser Ernährungstyp achtet stets auf ausreichend Bewegung und beschäftigt sich leidenschaftlich mit Ernährungs- und Gesundheitsfragen.

Eine hochwertige und gesunde Ernährung spielt für die Gesundheitsidealisten eine übergeordnete Rolle. Sie sind bereit, mehr für qualitativ hochwertige Lebensmittel auszugeben. Gesundheitsidealisten schränken ihren Fleischkonsum bewusst ein. Oft ernähren sie sich vegetarisch. Sie lehnen Fertigprodukte ab, kochen bereitwillig mehrfach am Tag und probieren gerne neue Rezepte aus.

Dadurch möchten die Gesundheitsidealisten sicherstellen, dass sie ihre eigenen Ernährungsideale einhalten. Auf ihrem abwechslungsreichen, oft internationalen Speiseplan stehen Vollwertkost, Bioprodukte und nährstoffreiche Lebensmittel.

Die leidenschaftslosen Pragmatiker (15 Prozent): Es handelt sich bei dieser Gruppe mehrheitlich um Männer verschiedener Altersklassen mit geringem bis mittlerem Einkommen. Vielen Dingen des Lebens stehen sie eher gleichgültig gegenüber. Ihre Lebensqualität bewerten sie als durchschnittlich, genauso wie ihren Fitness- und Gesundheitszustand.

Ernaehrung_in_Deutschland. Foto: SZ/Steffen, Michael
Wegen voller Terminkalender können viele Beschäftigte nicht so gesund essen, wie sie gerne möchten. Foto: Getty Images/ iStockphoto/Anastasia Nelen

Ernährung und Gesundheit haben keinen hohen Stellenwert. Einkaufen muss ohne viel Aufwand vonstattengehen. Die Lebensmittel sollten möglichst günstig sein. Besonders beliebt ist deftige Hausmannskost. Kochen ist für diesen Ernährungstyp weder Hobby noch ein soziales Ereignis, sondern dient der reinen Nahrungsaufnahme.