Saarbrücken: Smoke Blow begeisterten ihre Fans

Saarbrücken : Smoke Blow begeisterten ihre Fans

Von Oliver Sandmeyer

Zwar haben Smoke Blow nie gesagt, dass sie getrennte Wege gehen wollen, aber nachdem sie 2010 das Album „The Record“ veröffentlicht und die dazugehörige Tour hinter sich gebracht hatten, wollten die sechs Kieler erst einmal kürzer treten - aus der Tretmühle von Albumproduktion und anschließender Tour ausbrechen. Seitdem machen Smoke Blow eigentlich nur noch, „was sie wollen, wann sie wollen“.

Vor zwanzig Jahren haben sich die Smoke Blow gegründet. Ihr Jubiläum begehen die Kieler so wie die letzten Jahre ihrer Karriere und spielen eines ihrer seltenen Konzerte - und das weit weg von ihrer Heimat, in Saarbrücken. Genauer im Kleinen Klub in der Garage.

Nachdem das Konzert im September 2016 angekündigt worden war, war es kurze Zeit darauf – ein Jahr vor Termin - bereits restlos ausverkauft, was den Stellenwert dieser raren Begebenheiten für Smoke Blow Fans unterstreicht. Diesen merkte man auch im Kleinen Klub am vergangenen Samstag: In Dialekten aus dem gesamten Bundesgebiet kann man Unterhaltungen im zum Teil weit angereisten Publikum hören.

Bevor Smoke Blow mit ein wenig Verspätung die kleine Bühne betreten – eine Vorband gibt es nicht – ist die Vorfreude im Publikum regelrecht greifbar. Diese entlädt sich schlagartig, als die sechs Musiker mit dem Song „Masquerating“ – wenn auch mit etwas gedrosseltem Tempo - in den Abend starten. Die meisten Anwesenden stimmen bereits ab dem ersten Refrain lautstark mit ein – was sich bei dem mit Fanlieblingen gespickten Konzert auch nicht mehr ändern wird. Vor der Bühne wird geschubst, gesungen, und so mancher lässt sich nach einem Sprung vom Bühnenrand auf hochgestreckten Publikumshänden tragen.

„Mein Gott, ist das laut!“, hört man einen Zuschauer seinem Nebenmann zuraunen. Doch Smoke Blow werden an diesem Abend nicht nachlassen und mit Gassenhauern wie „Dancing with the Dead“ und dem abschließenden „Junkie Killer“ ihre Fans beglücken.

Eine kurze Verschnaufpause gibt es doch: Ein von Sänger Jack Letten auf die Bühne geholter Fan macht „seinem Lieblings-Girl Gina“ auf dem „Konzert seiner Lieblingsband“ einen Heiratsantrag. Etwas flapsig aber mit Erfolg.

Neunzig Minuten später war die seltene Sause auch schon wieder zu Ende. Band und Publikum verlassen den Kleinen Klub mit einem breiten Grinsen im Gesicht – und Tinnitus-Pfeifen im Ohr.