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Sinn Leffers schließt Filialen

Saarbrücken. In den Sinn-Leffers-Filialen in Saarbrücken, Neunkirchen und in St. Ingbert war gestern erst einmal Funkstille angesagt. Man könne keine Informationen nach außen geben, die gebe es nur von der Zentrale in Hagen, hieß es gleichlautend aus allen drei Häusern. Erst einmal müsse man die Mitarbeiter vor Ort informieren Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

Saarbrücken. In den Sinn-Leffers-Filialen in Saarbrücken, Neunkirchen und in St. Ingbert war gestern erst einmal Funkstille angesagt. Man könne keine Informationen nach außen geben, die gebe es nur von der Zentrale in Hagen, hieß es gleichlautend aus allen drei Häusern. Erst einmal müsse man die Mitarbeiter vor Ort informieren.Was die Mitarbeiter zu hören bekamen, sind bittere Nachrichten. Alle drei Häuser im Saarland werden geschlossen. "Wir werden den Betrieb in den Häusern in Saarbrücken, Neunkirchen und St. Ingbert zum 28. Februar einstellen", bestätigt Jörg Nolte, Pressesprecher von Sinn Leffers. "Sämtliche Arbeitsplätze fallen weg."Hintergrund ist eine Restrukturierung des Modehauses, das am 7. August Insolvenz angemeldet hat. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Horst Piepenburg, geht davon aus, dass das Unternehmen mit 23 Filialen weiterbetrieben werden könnte. Dies allerdings müssten Filialen sein, bei denen ein profitabler Geschäftsbetrieb absehbar ist. Die Filialen an der Saar gehören nicht dazu. Das Unternehmen hatte Insolvenz angemeldet, weil aufgrund hoher Mieten und fehlender Profitabilität einzelner Filialen die Zahlungsunfähigkeit drohte.Die Mitarbeiter im Saarland haben nur noch wenige Monate, um neue Stellen zu finden. "Bis Ende Februar werden wir die Filialen weiter betreiben. In dieser Zeit werden auch noch keine Arbeitsplätze abgebaut", sagt Nolte. Über einen Sozialplan und mögliche Abfindungen müsse man jetzt mit dem Betriebsrat verhandeln.Günter Bauer von der Gewerkschaft Verdi Saar ist über die Informationspolitik des Unternehmens entsetzt. "Ich finde es schon bemerkenswert, dass wir über die Presse von der Schließung erfahren", sagt der Verdi-Vertreter. Er fordert von Insolvenzverwalter Piepenburg, sich aktiv um Nachmieter für die Sinn-Leffers-Häuser zu kümmern. "Das Unternehmen trägt Verantwortung für die Mitarbeiter ihrer Häuser. Viele sind langjährige Beschäftigte, die kaum Aussicht auf neue Arbeitsplätze haben", sagt Bauer.Die Hoffnung, dass Mitarbeiter in andere Häuser übernommen werden, macht Nolte jedoch zunichte: "Wir werden auch in den anderen Häusern Stellen abbauen", sagt der Sinn-Leffers-Sprecher. Auch in der Hauptverwaltung wird die Hälfte der Arbeitsplätze wegfallen. Weiterbeschäftigungs- oder Qualifizierungsgesellschaften seien nicht geplant.In Saarbrücken sind von der Schließung 76 Mitarbeiter betroffen, in St. Ingbert sind es 37 Mitarbeiter, in Neunkirchen 29 Mitarbeiter.