Senioren und gesunkene Schiffe

Senioren und gesunkene Schiffe

Am Ende hatte der Lübecker Designer Arne Wesenberg mit seiner Porträtserie von erwerbstätigen Senioren die Nase vorne – und erhielt den diesjährigen Opus-Fotopreis. Doch auch viele andere Beiträge sind sehenswert, wie eine Ausstellung der Einreichungen in Saarbrücken zeigt.

Der Opus-Fotopreis bündele "die produktiven Perspektiven ganz verschiedener Beteiligter", heißt es im Katalog zur aktuellen Ausstellung in der Galerie der HBK Saar in Saarbrücken. Zu sehen sind dort Arbeiten aus dem aktuellen Bewerber-Jahrgang. Seit 2011 wird der Fotopreis vom Saarbrücker Kulturmagazin Opus in Zusammenarbeit mit einem Saarbrücker Energieversorger als Hauptsponsor vergeben. Der Preis vereint sie alle im Willen zur Imagepflege und im Streben nach Profit: Magazin, Sponsoren und Fotografen, die eine Teilnahmegebühr von 30 bzw. zehn Euro für Studierende zu verrichten hatten. Folgerichtig, weil preisgünstig: Für die Ausstellung genügten die Vorlagen (maximal 40 x 40 cm), auf deren Basis die Jury über die 160 eingereichten Arbeiten (pro Teilnehmer maximal fünf) entschieden hatte. Sie wurden mit Klammern an die Wand gesteckt.

Eines ist offensichtlich: Alle hier Vertretenen verstehen sich auf ihr Handwerk und bewegen sich souverän im Rahmen der gängigen Ästhetik zeitgenössischer Fotografie.

Den mit 5000 Euro dotierten ersten Preis hatte der in Lübeck arbeitende Kommunikationsdesigner Arne Wesenberg für seine Porträtserie von erwerbstätigen Senioren erhalten. Der zweite Preis und 1500 Euro waren an die Hamburger Fotografin Ulla Deventer gegangen: Sie inszenierte Räume mit Pfannkuchen oder Holzfurnier als Porträts ihrer Bewohner. 500 Euro hatte der dritte Preisträger, der in Weimar Fotografie studierende Frédéric Engelhardt erhalten. Seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen Ausschnitte der Reling des gestrandeten Kreuzfahrtsschiffs Costa Concordia. Damit sind die aus dem Feld der Einsendungen herausragenden Arbeiten korrekt sondiert und zu Recht ausgezeichnet worden. Mit den Arbeiten von Henrik Elburn, Julia Fritzges (Saarbrücker Kunsthochschule) und Victor van der Saar finden sich auch drei saarländische Beiträge unter den 20 ausgezeichneten.

Ausstellung bis zum 9. Juni. Öffnungszeiten von Mittwoch bis Freitag von 17 bis 20 Uhr, Samstag von 12 bis 18 Uhr.