Schwesig: Mehr Frauen sollen in Top-Jobs von Staatsunternehmen

Schwesig: Mehr Frauen sollen in Top-Jobs von Staatsunternehmen

Frauen kommen in öffentlichen Unternehmen von Bund, Ländern und Kommunen nur selten in Spitzenpositionen. Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten liegt derzeit bei 25,1 Prozent, wie aus einer gestern von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorgestellten Studie hervorgeht.

Die SPD-Politikerin will nun Druck machen und mit schärferen Vorgaben dafür sorgen, dass große Bundesfirmen wie die Bahn, die Flugsicherung oder die Bundesdruckerei mehr Frauen ins Management holen.

Bei Unternehmen mit Bundesbeteiligung ist nur jede fünfte Position in Aufsichtsgremien mit einer Frau besetzt. Der Frauenanteil in Vorständen und Geschäftsführungen erreicht dort sogar nur 13,9 Prozent. Mit Blick auf die von der schwarz-roten Koalition geplante Frauenquote für die Aufsichtsräte großer börsennotierter Unternehmen meinte Schwesig, die öffentliche Hand müsse mit gutem Beispiel vorangehen. "Man kann nicht der Wirtschaft Dinge abverlangen, die der öffentliche Bereich selbst nicht einhält."

Der Studie zufolge sind rund 15 Prozent der 225 untersuchten Aufsichtsgremien frauenfreie Zone. Bei 22 Prozent wird aber ein Anteil von mindestens 40 Prozent erreicht. Angeführt wird die Gesamt-Rangliste von der Botanika GmbH aus Bremen, die einen Frauenanteil von 80 Prozent hat. Insgesamt gibt es rund 14 000 öffentliche Unternehmen, die zusammen einen jährlichen Gewinn von etwa zehn Milliarden Euro erzielen.