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Nach Schmäh-Video aus der Straßenbahn
Essener-Straßenbahnfahrer wegen Rassismus-Vorwürfen gefeuert

Eine Straßenbahn steht an einer Haltestelle in Essen (Symbolbild).
Eine Straßenbahn steht an einer Haltestelle in Essen (Symbolbild). FOTO: Ruhrbahn
Nachdem ein Bahnfahrer in Essen ein Video mit rassistischen Kommentaren über Fahrgäste in den sozialen Medien veröffentlicht hat, reagierte die Ruhrbahn sofort. Von Susanne Hamann

Auf dem Video ist zu sehen, wie eine größere Gruppe dunkelhäutiger Fahrgäste - vor allem Frauen mit Kindern - in die Straßenbahn an einer Essener Haltestelle einsteigt. Dann ertönt eine Stimme mit den Worten: „Wie ich euch hasse.“ Es folgt ein Vers aus einem Schmählied der rechtsradikalen Band „Zillertaler Türkenjäger“.


Aufgenommen wurde das Video vom Straßenbahnfahrer selbst. Vermutlich hielt er dafür die Kamera seines Handys vor den Bildschirm, der die Aufnahmen der Überwachungskameras in den Wagons zeigt. Das Video soll kurzfristig im Netz aufgetaucht sein. Zuerst berichteten die NRZ über den Vorfall.

Demnach wurde der Ruhrbahn das rassistische Video über interne Kanäle zugespielt. Sie ermittelte den Fahrer und informierte die Personal- und Rechtsabteilung. Dem Straßenbahnfahrer wurde am 10. August gekündigt. Ob er gerichtlich dagegen vorgehen wird, ist bislang nicht bekannt. Ruhrbahn-Sprecherin Sylvia Naumann sagte ebenda: „Rassistische Äußerungen gegen Fahrgäste toleriert die Ruhrbahn nicht. Gemäß unserer Unternehmensethik erwarten wir von unseren Mitarbeitern gegenseitigen Respekt und Wertschätzung.“



Derzeit überprüft die Polizei Essen, ob ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Bahnfahrer eingeleitet werden soll.