Schlanke „Schöpfung“ für die Orgel

Schlanke „Schöpfung“ für die Orgel

Es muss wohl an jener Ernsthaftigkeit liegen, die andere Nationen uns Deutschen gern nachsagen, dass wir bei der Orgel immer gleich Kirche und Konzertsaal, Weihevolles jedenfalls, im Sinn haben. So gehört ist die jüngste CD von Bernhard Leonardy mit diversen Transkriptionen angenehm erfrischend und doch klassisch.Werke von Joseph Haydn hat sich der Saarbrücker Organist ausgewählt: die "Schöpfung " etwa und die Sinfonie Nr. 53 in D-Dur, später "L'Imperiale" getauft, was schon der majestätische erste Satz untermauert.

Auf der einst für die Kapelle des Buckingham Palasts gebauten Orgel, die mittlerweile in der Saarbrücker Deutschherrenkapelle eine Heimat gefunden hat, klingt das bei Leonardy aber weniger pompös als beschwingt, eher anmutig denn majestätisch. Auch Haydns "Schöpfung " wirkt geradezu entschlackt. Zwar möchte man etwa die monumentalen Chöre des Oratoriums keineswegs missen, aber in dieser auf die Orgel konzentrierten Fassung wird es geradezu zur Aufforderung Altbekanntes neu zu entdecken.

"Die Orgel der englischen Königsfamilie": Bernhard Leonardy spielt Werke von Joseph Haydn. Motette-Verlag. Erhältlich u.a. bei Musikhaus Arthur Knopp, Saarbrücken .