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Schienenverkehr würde helfen

Zum Artikel „Völklingens Straßen sollen leiser werden“ – SZ vom 21. Juni

Die Straßen sollen leiser werden! Schön, aber auf die Idee, man könne Bahnstrecken reaktivieren, kommt man leider nicht, auch nicht im Völklinger Verkehrsentwicklungsplan (VEP). Die Reaktivierung der Bisttalbahn, der Rosseltalbahn und der linken Saarstrecke im Schienen-Personennahverkehr  würde viele Ortslagen vom Autoverkehr entlasten. Güterverkehr auf der Schiene, wie etwa zur Müllverbrennungsanlage Velsen und zu einem angedachten  Terminal mit kombiniertem Ladungsverkehr in Überherrn, können die Straßen auch vom Lastwagen-Verkehr entlasten. So erreicht man Lärmschutz, und der Bürger wird von Abgasen und Feinstaub entlastet. Auch bei der Debatte über den VEP der Stadt Völklingen tut man sich schwer, den Autoverkehr aus bestimmten Bereichen zu verbannen. Tempo 30 mag wohl einiges bringen, aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Verringert werden muss – deutlich – der Pkw- und Lkw-Verkehr. Der Stadtteil Geislautern erstickt am Autoverkehr, ein Überqueren der Ludweilerstraße ist kaum möglich, Querungshilfen gibt es auch fast keine. Außerdem hat die schwierige finanzielle Lage der Stadtwerke Völklingen dazu beigetragen, dass 100 000 Kilometer an Busfahrten im Jahr eingespart wurden. Völklingen hatte noch nie ein schlüssiges Verkehrskonzept. Seit den 1960er Jahren wurde immer wieder nur herumgedoktert, aber der große Wurf gelang nie.


Erhard Pitzius, Überherrn,
Plattform Mobilität Saar-Lor-Lux