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Schau hin, dein Land macht Kunst!

Zum 85. Geburtstag des in St. Ingbert geborenen Malers Leo Erb, hier inmitten seiner Kunst im Bürgerhaus Neunkirchen (2003), zeigt das Saarlandmuseum eine Sonderschau. Foto: SZ
Zum 85. Geburtstag des in St. Ingbert geborenen Malers Leo Erb, hier inmitten seiner Kunst im Bürgerhaus Neunkirchen (2003), zeigt das Saarlandmuseum eine Sonderschau. Foto: SZ
Saarbrücken. "Kein Sammelsurium, sondern an jedem Ort eine möglichst sinnvolle Auseinandersetzung", verspricht der Leiter des Saarlandmuseums, Ralph Melcher als Kurator der kommenden Landeskunstausstellung. 90 mit dem Saarland verbundene Künstlerinnen und Künstler hat er dazu eingeladen, die vom 21. Juni bis zum 31 Von SZ-Mitarbeiterin Sabine Graf

Saarbrücken. "Kein Sammelsurium, sondern an jedem Ort eine möglichst sinnvolle Auseinandersetzung", verspricht der Leiter des Saarlandmuseums, Ralph Melcher als Kurator der kommenden Landeskunstausstellung. 90 mit dem Saarland verbundene Künstlerinnen und Künstler hat er dazu eingeladen, die vom 21. Juni bis zum 31. August rund 300 Werke an acht Standorten zeigen. 2004 waren es 99 Künstler.


Er wolle "eine richtige Ausstellung zustandebringen", erklärt Ralph Melcher. Das lässt hoffen. Bestand doch das Problem der Landeskunstausstellungen vergangener Jahre darin, dass darin die Vielzahl der Teilnehmer zur beliebigen Präsentation ihrer Arbeiten führte. Darin markierte die Landesschau 2004 den Tiefpunkt. Melcher hat zumindest das Problem erkannt und gewohnt beredsam seinen Vorschlag dagegen gesetzt: Die Landeskunstausstellung 2008 werde sich auf die Fragen konzentrieren "Welche Rolle spielt die Kunst im Alltag?" und "Was ist eigentlich die Rolle von Kunst?" Wer im einzelnen daran teilnimmt und was seine Auswahlkriterien waren, darüber schwieg sich Melcher aus. Nur so viel: Leo Erb erhält aus Anlass seines 85. Geburtstag eine Sonderpräsentation im Saarlandmuseum.

Das Institut für aktuelle Kunst im Saarland ist neu im Kreis der Ausstellungssorte und zeigt drei Bildhauer. Außerdem sei keine der in Zusammenarbeit mit den Leitern und Leiterinnen saarländischer Kunstmuseen und Galerien ausgewählten Arbeiten älter als vier Jahre, so Melcher. Dabei will er als Kurator seinen "spezifischen Blick zur Diskussion stellen". Schließlich stelle die Landeskunstausstellung einen "Ausschnitt", keine "Gesamtschau" dar, sagt er - und baut damit etwaiger Kritik vor.



Auch das geplante Begleitprogramm und der Katalog versprechen viel, ohne bislang allzu konkret zu werden. Anstatt einer "professionellen, bereits arrivierten Agentur", so Kulturministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, habe man sechs Studierende des Fachs Kommunikationsdesign an der Saar-Kunsthochschule unter Anleitung ihres Professors Ivica Maksimovic beauftragt. Nach dem aufgesetzt flippigen, von einer Agentur gefertigten Unfug von 2004, kann es ohnehin nur besser werden. Obschon auch die als Bastelanleitungen daher kommenden Vorschläge für Katalog und Werbung mehr oder weniger sinnfrei scheinen. Angefangen vom diesjährigen Motto "Dein Land macht Kunst" bis zum von Marie-Pascale Gafinen vorgelegten Entwurf eines Katalogs zum Selbermachen in Form eines Posterplakats mit herauszulösenden Kunstpostkarten und Freikarten für die Ausstellungshäuser. Jedoch wird dort kein Eintritt für die Dauer der Landeskunstausstellung erhoben, wie Melcher betonte.

Kunst erlebbar machen

Der obligatorische Ausstellungskatalog beinhaltet erstmals Fotos der Künstler und soll ein Paperback zum Selbstaufschneiden sein. Mit der diesjährigen Landeskunstausstellung wolle man "was Künstler in unserem Land kreieren für die Saarländer erlebbar machen", fasste Kulturministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zusammen. Dafür steht das Begleitprogramm als "Sichtbarmachung des gesellschaftlichen Anteils der Kunst", erklärte Ralph Melcher. Kurzum: Anstatt der bislang gepflegten Busfahrt gibt es nun zwei Fahrradtouren zu den Ausstellungsstandorten. Darüber hinaus stehen Künstlergespräche, Atelierbesuche und Workshops, ein Künstlerfest und eine Finissage bislang im Rahmenprogramm fest. Nur, was ist daran neu, wenigstens anders? Ob die Landeskunstausstellung 2008 hält, was ihr Kurator ankündigt, zeigt sich ab dem 21. Juni.