Scharfe Kritik aus Moskau an EU-Handelsabkommen mit Ukraine

Scharfe Kritik aus Moskau an EU-Handelsabkommen mit Ukraine

In der Silvesternacht sind die Handelsbarrieren zwischen der EU und der Ukraine gefallen. Nun hofft das krisengeschüttelte Land auf einen Aufschwung. "Die Tür nach Europa steht jetzt offen", sagte Präsident Petro Poroschenko in einer Rede in Kiew.

Das von Russland kritisierte EU-Freihandelsabkommen werde in der finanziell angeschlagenen Ukraine für Arbeitsplätze sorgen, meinte der prowestliche Staatschef. Das Abkommen sieht vor, dass die Ukraine ihre Vorschriften der EU anpasst. Damit wird unter anderem das Ansiedeln von Unternehmen erleichtert.

Scharfe Kritik an dem Abkommen äußerte erneut Russland. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete einen Erlass, der den Transport ukrainischer Waren über Kasachstan nach Russland einschränkt. Ferner setzte Russland zudem den Freihandel mit der Ukraine aus. Damit will Moskau verhindern, dass zollfreie Importe aus dem Westen über das Nachbarland nach Russland gelangen. "Das wird keine Nachteile für uns haben", sagte der stellvertretende russische Wirtschaftsminister Alexej Lichatschow. Hingegen werden die Verluste für die Ukraine durch das Exportembargo Russlands allein in diesem Jahr auf umgerechnet 550 Millionen Euro geschätzt. Streit herrscht zwischen Moskau und Kiew auch wegen nicht gezahlter Schulden von drei Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro). Russland kündigte ein Verfahren vor einem Gericht in Großbritannien an.

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