Schaeffler-Gruppe verdient wieder Geld und sieht Conti entschwinden

Schaeffler-Gruppe verdient wieder Geld und sieht Conti entschwinden

Herzogenaurach. Mit Hilfe umweltfreundlicher Technologien und seiner Präsenz in Wachstumsregionen will der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler nach einem Rekordergebnis 2010 jetzt die Umsatzmarke von zehn Milliarden Euro knacken

Herzogenaurach. Mit Hilfe umweltfreundlicher Technologien und seiner Präsenz in Wachstumsregionen will der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler nach einem Rekordergebnis 2010 jetzt die Umsatzmarke von zehn Milliarden Euro knacken. Der kürzlich erfolgte Umbau des enormen Schuldenberges schaffe die dafür nötige finanzielle Flexibilität, erläuterte gestern der Vorsitzende der Geschäftsführung, Jürgen Geißinger (Foto: dpa). Ein Börsengang sei aber auch nach der geplanten Umwandlung in eine Aktiengesellschaft zunächst nicht vorgesehen. Eine Fusion mit dem übernommenen Rivalen Continental rückt derweil in immer weitere Ferne.

"Für das Gesamtjahr 2011 erwarten wir ein Umsatzwachstum von acht bis zehn Prozent", sagte Geißinger. Im vergangenen Jahr hatte das durch die Conti-Übernahme und die Finanzkrise tief in die roten Zahlen gerutschte Familienunternehmen seine Erlöse um 29 Prozent auf knapp 9,5 Milliarden Euro gesteigert. Vor allem in Asien, aber auch in Nord- und Südamerika legte das Geschäft des Konzerns mit seinen weltweit 67 000 Mitarbeitern (rund 2800 in Homburg) kräftig zu.

Der Konzerngewinn der Gruppe aus dem fränkischen Herzogenaurach betrug 63 Millionen Euro, nachdem 2009 ein Minus von 1,2 Milliarden Euro aufgelaufen war. Um sich finanziell mehr Spielraum zu verschaffen, hatte Schaeffler im Rahmen einer komplizierten Refinanzierungsaktion einen Teil seiner bei Banken geparkten Conti-Aktien verkauft. Ein Zusammenschluss mit Conti wird durch die Transaktion immer unwahrscheinlicher. Zwar halte der von 75 auf 60 Prozent reduzierte Anteil Schaeffler "nach wie vor alle Optionen offen", sagte Geißinger. Aber: "Wir haben keinen Zeitplan für die Fusion." dpa