Saitenläufe im Schiffsbauch

Saitenläufe im Schiffsbauch

Saarbrücken. Seit gut 30 Jahren spielt Michael Sagmeister seinen handwerklich wie technisch hochwertigen Gitarrenjazz auf der Bühne. Jetzt füllte der Gitarrist an zwei Abenden das neben der Wilhelm-Heinrich-Brücke liegende Theaterschiff Maria-Helena, um seine neue Solo-CD zu präsentieren

Saarbrücken. Seit gut 30 Jahren spielt Michael Sagmeister seinen handwerklich wie technisch hochwertigen Gitarrenjazz auf der Bühne. Jetzt füllte der Gitarrist an zwei Abenden das neben der Wilhelm-Heinrich-Brücke liegende Theaterschiff Maria-Helena, um seine neue Solo-CD zu präsentieren. Einen souveränen Gang durch seine Stücke bot er, wobei er mehrfach von der Stadtautobahn herüberwehende Polizeisirenen aufgriff und in Improvisationen einarbeitete.Das war nicht weniger sympathisch als seine Moderation, die gerade so viel wie nötig Worte machte und dabei aber immer den richtigen, meist trockenen, Ton traf. Musikalisch bleibt Sagmeister ein Mann des Jazzrocks der siebziger und achtziger Jahre. Egal ob er Latin- oder Funkelemente, Blues oder Bebop in seine großteils selbstkomponierten Stücke aufnimmt und ins Gehege seiner Akkordstakkati holt. Es bleibt immer unverwechselbar Sagmeister, der scheinbar mühelos Läufe setzt, Akkorde aberwitzig schnell schiebt und derlei mit kurzen melodiösen Phrasen unterbricht. Das ist und bleibt, wie es so gerne und treffend heißt, ein Muss für Fans. sg