1. Saarland

Zwölf Spiele, 22 Tore

Zwölf Spiele, 22 Tore

Im Oberliga-Derby des SV Röchling Völklingen am Samstag bei Borussia Neunkirchen hofft Sebastian Pecka auf einen Einsatz. In der Völklinger U23 stürmt der 19-Jährige zurzeit die Kreisliga nieder.

Dem SV Röchling Völklingen wird der Kragen eng. Vor den letzten beiden Spielen des Jahres steht er auf dem letzten Platz der Fußball-Oberliga, der Abstand zum rettenden Ufer beträgt vier Punkte - und am Samstag, 14.30 Uhr, hängen die Trauben im Saar-Derby bei Borussia Neunkirchen sehr hoch. Doch Röchling-Trainer Werner Weiß zeigt sich selbstbewusst: "Wir wollen in Neunkirchen etwas reißen. Die Borussia hat zwar eine ganz starke Mannschaft, aber wir haben im Pokalspiel gesehen, dass wir gegen den Tabellenfünften mithalten können", sagt Weiß, der aus der jüngsten Mitgliederversammlung des SV Röchling Völklingen gestärkt hervorgekommen ist.

Denn es wurden dort drei wichtige Eckpfeiler gesetzt: Werner Weiß wird Trainer bleiben, der Verein wird sich im Winter verstärken und der Verein will zunehmend auf junge Spieler aus den eigenen Reihen setzen. In puncto Verstärkungen hat Völklingen bereits einen ersten Vollzug gemeldet: Torjäger Sven Schiller (31, derzeit Spielertrainer beim Landesligisten FV Püttlingen) kehrt in der Winterpause nach Völklingen zurück.

Zu den jungen Spielern aus den eigenen Reihen, auf die man in Zukunft setzen will, gehört auch Sebastian Pecka. Der 19-Jährige angehende Abiturient, ist Völklinger durch und durch. Vater Lothar Pecka hat in den 70er Jahren für Völklingen in der Regionalliga und der Bundesliga-Aufstiegsrunde gespielt, Sebastian Pecka kickt seit der G-Jugend für Röchling und stürmt derzeit im U23-Team in der Kreisliga A Halberg. Peckas Spezialität ist das Toreschießen: In zwölf Spielen der U23 hat er 22 Tore gemacht und 13 Torvorlagen gegeben - eine Topquote. In der ersten Mannschaft kam Pecka bisher nur zu zwei Kurzeinsätzen im Pokal. So beim 7:0-Sieg bei Palatia Limbach (mit einem Pecka-Tor) und beim 0:3-Pokal-Aus in Neunkirchen.

Pecka sagt klipp und klar: "Mein Ziel ist es, Oberliga zu spielen." Das fordern auch viele Fans, die den 19-Jährigen gerne neben Sammer Mozain stürmen sehen wollen. Doch Pecka bleibt geduldig: "Man kann die Oberliga nicht mit der Kreisliga vergleichen. Aber man kann sich in der Kreisliga Selbstvertrauen holen. Und 22 Tore müssen auch erstmal geschossen werden." Aufgrund eines Außenbandabrisses am Knöchel konnte Pecka die ersten vier Punktspiele in der Kreisliga nicht mitmachen, doch jetzt ist er fit. "Wenn ich gebraucht würde, wäre ich da", betont er.

Dennoch lässt ihn Weiß auf der Ersatzbank schmoren - mit viel Lob allerdings: "Sebastian ist auf einem guten Weg. Er trainiert hart und entwickelt sich sehr gut. Aber ich möchte die jungen Spieler nicht verheizen, Oberliga ist ein anderes Klima als Kreisliga." Sebastian Pecka hofft, dass er am Samstag wenigstens eingewechselt wird: "Im Pokalspiel gegen Neunkirchen durfte ich auch schon die letzten Minuten ran. Ich würde gerne helfen, dass wir dort punkten. Obwohl Neunkirchen eine starke Abwehr hat, können wir sie schlagen. Das haben wir ja schon im Hinspiel beim 1:0 gezeigt."