Bundeskabinett beschließt Novelle Zwei neue Spritsorten an Tankstellen im Saarland – was Sie wissen müssen

Service | Berlin · Tankstellen dürfen nun zwei neue Spritsorten anbieten. Worauf Autofahrer unbedingt achten sollten.

Ein Zapfhahn für Sprit steckt in einem Tankeinfüllstutzen eines Kleinwagens beim Tanken des Fahrzeugs an einer Tankstelle.

Ein Zapfhahn für Sprit steckt in einem Tankeinfüllstutzen eines Kleinwagens beim Tanken des Fahrzeugs an einer Tankstelle.

Foto: dpa/Felix Hörhager

Tankstellen in Deutschland dürfen künftig zwei weitere Kraftstoffsorten anbieten, damit natürlich auch im Saarland. Wie das Bundesumweltministerium (BMUV) mitteilt, können künftig auch paraffinische Dieselkraftstoffe als Reinkraftstoff angeboten werden, die zum Beispiel aus Altspeiseölen oder auf Basis von Erdgas hergestellt wurden.

Neue Dieselsorten B10 und XTL an Tankstellen in Deutschland

In Deutschland soll laut der Novelle der 10. Verordnung des Bundesimmissionsgesetzes neu B10-Diesel eingeführt werden. B10-Diesel ist konventioneller Diesel, dem zehn Prozent Biodiesel beigemischt werden darf. Außerdem ist es nun erlaubt, dass paraffinische XTL-Dieselkraftstoffe (XTL - X-to-Liquid) getankt werden dürfen, die zum Beispiel aus Frittierfett hergestellt werden können.

„Paraffinische Dieselkraftstoffe können bereits heute fossilem Diesel beigemischt werden“, erklärte das Ministerium. „Künftig dürfen sie auch in 100-prozentiger Konzentration angeboten werden.“

Dieselsorten B10 und XTL - was Sie beachten müssen

Tankstellenbetreiber müssen beide neuen Dieselsorten B10 und XTL klar kennzeichnen. Die neuen Sorten sollen laut Experten vor allem für neuere Fahrzeugmodelle geeignet sein. Diesel mit einem Biodieselanteil von sieben Prozent (B7-Diesel) bleibt somit weiterhin an den Zapfsäulen verfügbar.

„Um die Versorgung von Fahrzeugen sicherzustellen, die nicht Diesel B10- oder XTL-verträglich sind, muss weiterhin Diesel B7 an Tankstellen verfügbar bleiben“, hieß es. „Deshalb wird Diesel B7 als Bestandsschutzsorte eingeführt.“ Beide Kraftstoffe sollen an der Tankstelle nach einheitlichem europäischen System ausgezeichnet werden, um Schäden an Fahrzeugen durch Falschbetankung zu vermeiden.

Welche Namen an der Zapfsäule für die neuen Dieselsorten stehen

Hinweise, welcher Dieselkraftstoff für ein Fahrzeug geeignet sei, könnten zum Beispiel auf dem Tankdeckel oder in der Betriebsanleitung stehen. Darüber hinaus könne die Information auch beim Händler erfragt werden.

„Tankstellenbetreiber müssen ihrerseits künftig Diesel B10 und XTL an den Zapfsäulen deutlich kennzeichnen“, teilte das Bundesumweltministerium weiter mit. Dort steht künftig der Name der Dieselsorte, also "Diesel B10". Für XTL wird an Zapfsäulen "Paraffinischer Diesel" zu lesen sein.

Alle Fahrer von Autos, die keinen Nachweis über die Verträglichkeit von Diesel B10- oder XTL haben, sollten ausschließlich die bisherige Dieselsorte "Diesel B7" tanken.

Laut der Fachzeitschrift „Auto, Motor und Sport“ rechnet das Ministerium damit, dass zunächst fünf Prozent aller 14 500 Tankstellen in Deutschland B10 und XTL anbieten werden. Pro Jahr rechne man mit einem Sprung von einem Prozent.

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