Mehr Schlägereien in Neujahrsnacht: Zwei Macheten-Männer sorgen für Polizei-Einsätze

Mehr Schlägereien in Neujahrsnacht : Zwei Macheten-Männer sorgen für Polizei-Einsätze

Beamter eines Sondereinsatz-Kommandos schießt einem bewaffneten Nalbacher ins Bein. Zahl der Schlägereien in der Silvesternacht ist gestiegen.

() Zum Jahreswechsel haben zwei mit Macheten bewaffnete Männer die Saar-Polizei beschäftigt. Bereits in den frühen Silvestermorgenstunden rückte ein Sondereinsatz-Kommando nach Nalbach aus. Dort hatte sich ein bewaffneter Mann „in psychischem Ausnahmezustand“ in seinem Haus verbarrikadiert, wie die Polizei mitteilte. Einerseits bestand demnach die Gefahr, dass sich der mit einer Machete und einer Schusswaffe hantierende Mann das Leben nimmt. Zum anderen habe der Mann die Polizisten bedroht. Deshalb hätten die Einsatzkräfte schießen müssen. Durch den Schuss eines Beamten sei der 48-Jährige am Bein verletzt worden. Er wurde danach ärztlich versorgt. Die Verletzung sei nicht lebensbedrohlich, hieß es.

Am frühen Morgen des Neujahrstages spielten sich am Willi-Graf-Ufer in Saarbrücken Szenen ab, die für die Polizei rätselhaft sind. Nach Zeugenaussagen soll ein Mann in die Saar gestoßen worden sein. Polizisten und Feuerwehrleute suchten das Ufer ab, fanden jedoch niemanden, der nasse Kleidung trug. Ein weiterer Zeuge hatte an der selben Stelle einen Mann gemeldet, der mit einer Machete bewaffnet gewesen sein soll. Ob dieser Macheten-Mann in Zusammenhang mit dem aus einer Menschengruppe heraus erfolgten mutmaßlichen Stoß in die Saar steht, werde noch ermittelt, so ein Polizeisprecher.

430 Notrufe waren an Silvester und am Morgen des Neujahrstages bei der Polizei im Saarland eingegangen. Dabei waren 56 Schlägereien registriert worden, deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Da waren es noch 38 gewesen. Dagegen gingen die Fälle häuslicher Gewalt (14 in diesem Jahr/25 im vergangenen) zurück, ebenso wie die Zahl der Verkehrsunfälle (34/66), Führerscheinverluste (4/8) und Brände (2/4). „Wir hatten weniger Einsätze als im vergangenen Jahr“, sagte der Polizist Stefan Nisius. Es waren diesmal 100.

Dennoch gab es wegen unsachgemäßen Umgangs mit Feuerwerkskörpern 22 Polizeieinsätze. In St. Ingbert verursachten nach Zeugenaussagen zu niedrig abgeschossene Raketen sogar kurz nach Mitternacht den Brand eines Hauses. Die einzige Bewohnerin, die im Haus war, wurde von Polizisten unverletzt gerettet. Der Schaden beträgt nach Polizeiangaben mehrere tausend Euro. Das Haus ist unbewohnbar, die Bewohner kamen bei Bekannten unter.

Eine Hochzeitsfeier in Dudweiler-Jägersfreude artete in eine Massenschlägerei aus, wie die Polizei berichtete. Demnach bekämpften sich zunächst zwei Gästegruppen. Als die Polizei erschien, griffen die beiden Schlägerparteien dann gemeinsam die Beamten an. Etwa 20 zur Verstärkung herbeigeeilte Polizisten befriedeten mit Schlagstöcken und Pfefferspray die Lage, die Feier wurde abgebrochen, der Rädelsführer musste mit auf die Wache. Fünf Beamte wurden leicht verletzt.

Vor der Diskothek „Kufa“ in der Dudweiler Straße in Saarbrücken fuhr ein Autofahrer einen Mann auf dem Bürgersteig an. Am Boden liegend wurde der Mann aus einer Gruppe heraus getreten. Er kam verletzt ins Krankenhaus. Den flüchtigen Autofahrer stoppte die Polizei auf der A 8 bei Spiesen. Die Hintergründe der Attacken müssen jetzt geklärt werden.

Bereits am Samstagabend war ein 53-jähriger Völklinger in der Saarlouiser Innenstadt von einem 40-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt worden. Das Leben des Verletzten wurde bei einer OP gerettet.

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