Zwei, eins, null: Prost Neujahr!Tue Gutes: eine Lehre für die Allgemeinheit

Zwei, eins, null: Prost Neujahr!Tue Gutes: eine Lehre für die Allgemeinheit

Saarbrücken. Auch wenn die Dielen der alten Johanneskirche bei fast jeder Bewegung quietschen und knarren: Hier ist in der lauten letzten Nacht des alten Jahres die letzte Bastion der Stille

Saarbrücken. Auch wenn die Dielen der alten Johanneskirche bei fast jeder Bewegung quietschen und knarren: Hier ist in der lauten letzten Nacht des alten Jahres die letzte Bastion der Stille. Die vielen Besucher - etwa eine Stunde vor Ablauf des alten Jahres sind fast alle Plätze besetzt -, bewundern den unter die Kirchenkuppel projizierten Sternenhimmel und lauschen dem Mix aus sphärischer Musik und Vogelzwitschern. Draußen sind derweil viele Menschen unterwegs. Mehr als sonst zum Jahreswechsel, denn es ist mild und trocken. Hunderte meist junge Leute sind jetzt unterwegs, um sich den optimalen Platz für den Jahreswechsel und das dazu gehörende Feuerwerk zu sichern. Am meisten gefragt sind die Plätze an der Schlossmauer und auf der Alten Brücke. Mit jedem Tick und Tack, mit dem sich die beiden Zeiger der Uhr jetzt der Zwölf nähern, steigert sich der Andrang auf den Plätzen und Straßen. Schon Minuten vorher setzt das Feuerwerk ein. Die Feiernden mit den sekundengenauen Uhren, die für ihre Freunde den Countdown anzählen sollen, haben es schwer, sich in dem ganzen Radau durchzusetzen. Irgendwie finden einige hundert Leute auf der Alten Brücke beim Zählen doch noch irgendwie zusammen - wenn auch nicht sehr genau. Doch auch das ist jetzt egal, jetzt wird angestoßen, umarmt, geküsst und gratuliert - egal ob man sich kennt oder nicht. Was die Leute auf der Brücke freut, ärgert allerdings die Autofahrer. Denn die Polizei muss die Stadtautobahn zwischen Luisenbrücke und Ostspange sperren, weil sonst die auf die Fahrbahn fallenden Feuerwerkskörper den Straßenverkehr gefährden würden. Gut eine halbe Stunde dauert das Ganze, ehe sich die riesige Fete auflöst und ehe die Menschen in die Lokale, Clubs und die privaten Partykeller ziehen.Saarbrücken. Die letzten Feiernden waren am Neujahrstag noch nicht aus der Innenstadt verschwunden, da machten sich bereits Ehrenamtliche daran, die schmutzigen Spuren der Silvesternacht zu beseitigen. Und das in dem Teil der Stadt, in dem besonders viele Böllerreste, Sektflaschenscherben und zerdrückte Plastik-Sektgläser herumlagen. Es war der Bereich zwischen dem Tbilisser Platz und dem Parkplatz vor der Schlosskirche. Ans Werk gingen Mitglieder des Vereins Ahmadyya Muslim Jamaat. Sie machten am Neujahrsmorgen vor dem Staatstheater bereits zum vierten Mal in Folge, mit Besen, Mülltüten und Handschuhen ausgerüstet, den Dreck weg. "Die Lehre der Ahmadyya Muslim gebietet es, sich für die Allgemeinheit einzusetzen", sagte Ataullah Mutee, der Sprecher der Gruppe.Saarbrückens städtischer Zentraler Kommunaler Entsorgungsbetrieb (ZKE) unterstützt das Engagement, stellt das Werkzeug und beseitigt die gesammelten Abfälle. ZKE-Chef Bernd Selzner sagte: "Wir freuen uns, dass der Verein gleich zu Anfang des Jahres Bürgerengagement für eine saubere Stadt zeigt." al

StichwortErheblich mehr Einsätze als in den Vorjahren verzeichnet die Polizei. Ein Sprecher der Inspektion in der Karcherstraße sagte am Freitag, es habe zwischen 0 und 6 Uhr 376 Notrufe für den Großraum Saarbrücken und von Mitternacht bis 7.20 Uhr 61 Einsätze in der City gegeben. Die letzte der 15 registrierten Schlägereien, darunter zwei Massenschlägereien, habe es um 7 Uhr gegeben. Den letzten Betrunkenen hätten seine Kollegen um 11.15 Uhr von der Straße geholt. Er sei nach einem Sturz in ein Krankenhaus gebracht worden. Fazit: "Es war eine sehr hektische Nacht." ole

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