1. Saarland

Zusammen 180 Jahre lang musiziert

Zusammen 180 Jahre lang musiziert

St. Wendel. Der bekannte Marsch "Alte Kameraden" stand wie ein Symbol für die Tradition des Urweiler Musikvereins am Anfang des Konzertes, das er zu seinem 60. Geburtstag im Saalbau gab. So wie das Stück als Swing ganz modern gespielt wurde, war es der Hinweis darauf, dass der Verein in seiner Entwicklung nicht stehen geblieben ist

St. Wendel. Der bekannte Marsch "Alte Kameraden" stand wie ein Symbol für die Tradition des Urweiler Musikvereins am Anfang des Konzertes, das er zu seinem 60. Geburtstag im Saalbau gab. So wie das Stück als Swing ganz modern gespielt wurde, war es der Hinweis darauf, dass der Verein in seiner Entwicklung nicht stehen geblieben ist. Echte Klangerlebnisse bot das Orchester unter Leitung von Sven Hoffmann anschließend mit verschiedenen Kompositionen. So mit einem Potpourri der schönsten Melodien, die einst die Beatles gesungen haben. Recht feierlich gab sich der "Choral ans Rock-out", um am Ende mit einem hinreißenden Trommelwirbel abzuschließen. Und dann die ungemein rhythmischen Melodien unter dem Titel "Glee Showstoppers", bei denen das Publikum begeistert mitklatschte.Nicht nur der Musikverein feierte einen runden Geburtstag, sondern auch der Gesangverein Liederkranz, der mit seinen 120 Jahren genau doppelt so alt ist. Die 50 Sängerinnen und Sänger ließen sich zusammen mit der Dirigentin Ludmila Will von dem Film "Wie im Himmel" inspirieren und sangen bewegende Sätze des Komponisten Stefan Nilsen. Im ersten Titel "Fly with me" versuchte der Chor eindrucksvoll nachzuweisen, dass man fast alles erreichen kann, wenn man zusammensteht und sich gegenseitig vertraut. "Gabriellas Song" erzählte von einer Frau, die sich aus der Gewaltherrschaft ihres eifersüchtigen Ehemannes befreien kann und dabei erkennt, dass sie ein Recht auf ihr eigenes Leben hat. Eine Volksweise aus Neuengland beendete den eindrucksvollen Chorblock des Urweiler "Liederkranz".

Allerliebste Schlümpfe standen an diesem Abend auf der Bühne, die Kinder- und Jugendvokalgruppe des Gesangvereins, begleitet von der Vokalgruppe Animato und unter Leitung von Ludmila Will. 15 klangreine Stimmen bewiesen mit ihren Darbietungen, dass der Verein eine gute Nachwuchsarbeit betreibt. Mit vier modernen Sätzen bereicherte der Chor "Haste Töne" aus Niederkirchen unter seinem Dirigenten Karl-Gerd Schäfer das Konzertprogramm. Der Gemischte Chor überzeugte durch seine Geschlossenheit. Selbst die eine oder andere kompositorische Klippe brachte ihn nicht in Verlegenheit. Krönender Abschluss war das "Hail holy queen" aus dem bekannten Musical "Sisteract".

Mit den fünf Liedern, die der Männerchor St. Wendel ausgewählt hatte und die verschiedene Epochen tangierten, kam er beim Publikum gut an. Er zeigte unter seinem Dirigenten Hermann Lissmann, dass es einem Männerchor heute gut zu Gesicht steht, sich sowohl dem traditionellen als auch dem neuzeitlichen Liedgut zu widmen. Immer gern gehört ist das "Mein Mund, der singet". Über das "Minnelied" und "Mala moja" steigerte sich der Chor bis zu dem "Schifferlied" von Friedrich Silcher am Schluss. Im Finale wurden mit vielen Stimmen Edward Elgars "Klänge der Freude" gesungen. Diese Freude war den 500 Besuchern des Konzertes an diesem Abend in die Herzen gezogen.