Zur Vorbeugung von Übergewicht: Kinderärzte fordern eine Zuckersteuer

Gegen Übergewicht : Kinderärzte fordern eine Zuckersteuer

Saar-Kinderärzte drängen speziell auf eine Besteuerung von Süßgetränken. Das Gesundheitsministerum will Übergewicht dagegen anders bekämpfen.

Bad Orb/Saarbrücken (ine/dpa) Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordert zur Vorbeugung von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Heranwachsenden die Einführung einer Zuckersteuer. Bei einem Blick ins Ausland zeige sich, dass dies ein wirksames Vorgehen sei, sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach. „Durch die Einführung von Zucker-Abgaben und damit höheren Preise ist den Verbrauchern dort die Lust auf Süßes weitgehend vergangen. Die Absatzzahlen an Süßgetränken gehen seit Einführung der Steuer deutlich zurück.“ Die Beispiele Mexiko, Frankreich, Finnland, Ungarn und Großbritannien „zeigen, dass Steuerungsmechanismen die Gesundheit wirksam schützen können“, sagte Fischbach.

Sein Kollege Benedikt Brixius vom BVKJ Saarland hält insbesondere eine Besteuerung von Süßgetränken für nötig: „Damit könnte man  sehr viel erreichen“, sagte der Homburger Kinderarzt. Das vor allem durch Zucker hervorgerufene Übergewicht lege den Grundstein für schwere Herz- und Kreislauferkrankungen. Adipositas gelte außerdem als Risikofaktor für Diabetes Typ 2. Dieser sogenannte „Altersdiabetes“ komme heute schon immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen vor. „Das gab es früher nicht“, sagte Brixius. Dass gesetzliche Verbote wirkten, hätten das Rauchverbot und auch die Alkopops-Steuer gezeigt, meinen die Kinderärzte.

Anders als der BVKJ sieht die Saar-Landesregierung offenbar keinen Grund für eine zusätzliche Steuer auf zuckerhaltige Lebensmittel. Der Adipositas bei Kindern  begegne man stattdessen mit einer guten Präventionsarbeit, sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). „Als Ministerin überreiche ich in den saarländischen Einrichtungen Laufräder, Roller und Fahrräder.“ Wer sich mehr bewege, habe auch seine Ernährung im Blick, sagte Bachmann.

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