Zum Auftakt zwei Eigenproduktionen

Zum Auftakt zwei Eigenproduktionen

Es geht unter anderem um die Frage, was Kunst ist, und um die Gebrüder Grimm. Ein Themenmonat erinnert an den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht. Und noch vieles mehr bietet der Spielplan des Theaters im Viertel.

Mit dieser Saison gestaltet Dieter Desgranges als künstlerischer Leiter des Theaters im Viertel (TiV) seinen 15. Spielplan und präsentiert gleich zum Auftakt zwei Eigenproduktionen, die thematisch miteinander verwandt sind: Bei "Josefines Gesang" (nach Franz Kafka, Uraufführung: 29. August) beschäftigen sich die französische Schauspielerin Elodie Brochier und der iranische Regisseur Nima Nematizade mit der Frage, was Kunst ist und wer sie definiert; in Henning Mankells Schauspiel "Miles oder Die Pendeluhr aus Montreux" (Premiere: 19. September) zeigen Frank Busch (Spiel), Christof Thewes (Live-Musik) und Desgranges (Regie), was Kunst zu bewirken vermag.

Weitere Premieren dieser Spielzeit sind der Otto-Reutter-Abend "Lass Dir bloß die Nase ändern!" (30. September) mit Klaus-Dieter Hofmann und Helmut Hofmann (Klavier) und die Kollektivarbeit "Erzähl mir, Bruder, erzähl!". Hier wandeln die jungen Mitglieder des deutsch-kolumbianischen Ensembles "Cuentes" um die Arteatro-Pioniere Martin Haberstroh und Tom Streeb in deutscher und spanischer Sprache auf den Spuren der Gebrüder Grimm (20. November).

Bekannte und Neuentdeckungen

Ebenfalls eine Uraufführung sind die Geschichten aus dem Kochstudio, die Martin Huber und Dietmar Blume am 29. November unter dem Titel "Bacon versus Demenz" auftischen.

An den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht erinnert vom 11. Oktober bis 16. November ein ganzer Themenmonat unter dem Titel "Widerstand, Repression und Verfolgung". Hier präsentiert das TiV mit anderen Institutionen Lesungen, Konzerte, Revuen, Gespräche, Filme, Vorträge und Theater, darunter eine weitere Schauspiel-Premiere: Der in Berlin lebende österreichische Schauspieler und Dramatiker Albert Frank gibt Helmut Qualtingers verkappt rechten "Herrn Karl" und porträtiert auch potenzielle Nachfahren (15. November, Regie: Bob Ziegenbalg). Außerdem kooperiert das TiV vom 3. bis 6. Oktober mit Maggie Donlons Tanztheater-Festival "n.o.w. dance saar" und stellt seine Spielstätte als Festivalclub zur Verfügung. Für ein Wiedersehen und -hören mit alten TiV-Bekannten sowie Neuentdeckungen sorgen Gastspiele und die vielen kontinuierlichen Reihen-Formate. Hier zu nennen: "Ini-Art" (Experimentelle Musik), "Thewes & Gäste", "Sigi Becker präsentiert", "Saitenblicke" (Gitarrenkonzerte), "Federmenschen" (Lesungen jüdischer Literatur), "Heimatwelten" (Erzählrunden mit Musik), "Sunday Super Session" (Jam-Konzerte) oder die Vortragsreihe in Kooperation mit der Stadt.

Infos und Karten gibt es unter Tel. (06 81) 3 90 46 02.

dastiv.de

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