1. Saarland

„Zirkus des Horrors“ in Saarbrücken

Premiere auf den Saarterrassen : „Zirkus des Horrors“ in Saarbrücken

 Ein Engel, in einem großen, weißen Tuch, steht in der Manege. Plötzlich bewegt sich das Tuch, dunkle Gestalten tauchen auf, reißen dem Engel die Flügel aus. Die Weltpremiere der neuen Show „Infernum – das Höllenfeuer“ des „Zirkus des Horrors“ am Donnerstagabend auf den Saarbrücker Saarterrassen war nichts für zarte Gemüter.

Trotz Corona kamen über 500 „Unerschrockene“ zu dem zweistündigen Trip ins Reich eines dunklen Königs, der verkündet: „Ich werde Euch die Hölle auf Erden bringen.“

Dem Engel gelang es aber, sich aus den Fängen des Königs zu befreien. Tuchartistin Sandra Quaiser präsentierte sich in luftiger Höhe, auch mit Maik und Siegfried Sperlich ging es hoch hinaus: Auf dem „Todesrad“ zeigten sie Stunts, bei denen dem Publikum der Atem stockte. Mal rannten sie in, mal auf dem riesigen rotierenden Metallgestell, machten dabei Handstände und sprangen Seil. Das Publikum feuerte sie lautstark an.

Kurt Späth hämmerte sich dagegen Nägel in die Nase, steckte sich Spritzen in den Hals, tackerte sich Heftklammern in den Bauch und seine Backen. Bei seinen blutigen Spielchen kam der Finalist der RTL-Show „Das Supertalent“ einigen Zuschauerinnen wohl etwas zu nah. Später zog er dann mit einer an seiner Zunge befestigten Kette einen Mann durch die Manege und hob an einem Seil hängend ab.

Beleidigungen sind das Markenzeichen von Milano Kaiser. Der derbe Komiker beschimpfte die Besucher als „Assis“, überschüttete sie mit  Popcorn und schreckte selbst vor Corona-Witzen nicht zurück: „Ich habe eine Freundin aus Italien kennengelernt. Aber sie meldet sich nicht mehr.“ Bei anderen Künstlern stand das artistische Können im Vordergrund: So beeindruckten Jenny Kastein und Daniil Biriukov mit „Agadio-Akrobatik“: Er machte einen Handstand auf ihrem Nacken, sie sprang mit ihren Beinen um seinen Hals.

Ganz ohne Requisiten kam auch die Truppe „Wild“ aus. Die vier Jungs ernteten für ihre menschlichen Pyramiden, Sprungseile und Katapulte, die sie mit ihren Körper bauten, viel Applaus. René Sperlich stapelte dagegen einen hohen Turm aus Stühlen, um darauf seine Handstand-Akrobatik zu demonstrieren.

In der kompletten Show gab es „viel Drumherum“. Zum Teil auch wegen der Umbauten mussten Tänzerinnen und die Dämonen Giovanni Biasini und Johnny Cognetti immer wieder als Pausenfüller dienen. Und so gab es in dem zweistündigen Programm gerade mal ein halbes Dutzend Nummern, bei dem echte Höchstleistungen geboten werden. Doch Grusel-Fans gefiel diese Verpackung, auch das spektakuläre Finale mit apokalyptischen Reitern.

Nun hoffen die Macher des „Zirkus des Horrors“, dass ihr bis 28. März auf den Saarbrücker Saarterrassen geplantes Gastspiel nicht zum echten Alptraum wird und die weiteren Vorstellungen nicht – wie die in der nächsten Stadt der Tour – von den Behörden abgesagt werden. Aus Unsicherheit sei der Vorverkauf  in den vergangenen Tagen zurückhaltend gewesen, so Sprecher Kevin Leppien.

Infos: www.zirkusdeshorrors.de