Ziegen mähen den Schiedeborn

Ziegen mähen den Schiedeborn

Dudweiler. Conny und Werner Nonnweiler hatten sich im Frühjahr vorgenommen, im Bereich Schiedeborn südlich von Dudweiler einen Ziegenhof zu errichten. Das dafür vorgesehene Gelände war aber komplett mit Sträuchern und Bäumen zugewuchert und deswegen ein idealer Lebensraum für Wildschweine. Die Schwarzkittel hatten sich mit der Zeit so stark vermehrt, dass sie sogar zur Plage wurden

Dudweiler. Conny und Werner Nonnweiler hatten sich im Frühjahr vorgenommen, im Bereich Schiedeborn südlich von Dudweiler einen Ziegenhof zu errichten. Das dafür vorgesehene Gelände war aber komplett mit Sträuchern und Bäumen zugewuchert und deswegen ein idealer Lebensraum für Wildschweine.Die Schwarzkittel hatten sich mit der Zeit so stark vermehrt, dass sie sogar zur Plage wurden. Die Jagdgenossenschaft Dudweiler und der Regionalverband Saarbrücken ließen das Gelände vom hohen Bewuchs befreien, um dem Borstenvieh die Deckung zu nehmen. Und die Familie Nonnweiler, selbst Eigentümerin einer Parzelle in diesem Bereich, rodete ihr Stück Land, um darauf einen Hof für Burenziegen einzurichten.

Edwin Wagner vom Team Gartenbau, Landwirtschaft und Landschaftspflege beim Regionalverband Saarbrücken unterstützte die zukünftige Landwirtin Conny Nonnweiler bei ihrem Vorhaben. Schließlich ließen sich so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Die aus Afrika stammenden Burenziegen sollten das Gelände vom niederen Gehölz befreien und es auch künftig freihalten, damit sich die Wildschweine dauerhaft verziehen. Jetzt, im Herbst, zeigt sich, dass die lebenden "Freischneider" ganze Arbeit geleistet haben. Auf dem gesamten einen Hektar großen Areal wächst fast nur noch Gras. Die Ziegen haben also dafür gesorgt, dass aus einem Teil des Schiedeborns wieder ein Weideland wurde.

Da die Tiere bei schlechtem Wetter Unterstände benötigen, hatte Conny Nonnweiler zunächst zwei Weidezelte angeschafft. Dieses Provisorium schützt aber nur gegen Regen, nicht gegen Kälte und Schnee. Also planten die Nonnweilers einen Stall und stellten ihn in den vergangenen Wochen fertig. Das Ehepaar ist zuversichtlich, dass die Tiere noch vor dem ersten großen Frost einziehen können.

Die Dudweiler Neu-Bäuerin brauchte allerdings Mut und Stehvermögen, um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Sie berichtet: "Im Sommer wurde ich von einem anderen Grundstückseigentümer mit der Aussage bedroht: ,Ich stecke Ihren Stall an, wenn Sie Ihre Ziegen jenseits des Weges laufen lassen'." Andere Zeitgenossen hätten ihr Kungelei mit der Verwaltung nachgesagt.

Nonnweiler dazu weiter: "Erst kürzlich stand im Internet, unsere Anlagen seien ohne Genehmigung errichtet worden. All diese Anfeindungen haben mich aber nicht von meinem Weg abgebracht."

Übrigens: Die Wildschweine sind noch nicht ganz verschwunden, wie an Hufspuren und niedergetrampelten Zäunen zu erkennen ist.