Wortreiche Angelei

Wortreiche Angelei

Saarbrücken. Paul ist naturwissenschaftlicher Denker, begeistert sich für den Urknall und 14 Milliarden Jahre Entstehungsgeschichte. Während Kumpel Igor, eher ein Macher, verständlicherweise von Explosionen die Nase voll hat und in wesentlich kürzeren Zeitabständen denkt: Acht Jahre ist es her, dass er durch einen Reparatur-Versuch an der Gasleitung Haus und Kind in die Luft gesprengt hat

Saarbrücken. Paul ist naturwissenschaftlicher Denker, begeistert sich für den Urknall und 14 Milliarden Jahre Entstehungsgeschichte. Während Kumpel Igor, eher ein Macher, verständlicherweise von Explosionen die Nase voll hat und in wesentlich kürzeren Zeitabständen denkt: Acht Jahre ist es her, dass er durch einen Reparatur-Versuch an der Gasleitung Haus und Kind in die Luft gesprengt hat. Von diesem Knacks in Igors Leben erfahren die Zuschauer (und Paul) aber erst relativ spät in "Fischen im Raum oder Die Heilung von Igor und Paul", der ersten gemeinsamen Produktion von Martin Huber und Dietmar Blume. Die Uraufführung des Stücks (Kostüme und Bühnenbildberatung: Susanne Wieltsch), bei dem die beiden Spezialisten für Projekte im Alleingang (sogar die Musik mit Klavier und Saxofon wurde eigenhändig eingespielt) Schauspielerei und Objekttheater verknüpfen, lockte am Donnerstag viele Vertreter der freien Szene ins Theater im Viertel. Bis zum dramatischen Wendepunkt allerdings wird lang und breit über Zeit und Raum gemutmaßt und gefachsimpelt; es wird um Beweise für kosmische Zusammenhänge, für Sein oder Nichtsein gerungen, was in seiner Absurdität und Komik an Samuel Beckett erinnert - der spitzfindig philosophierende Text aus Hubers Feder ist darstellerisch überzeugend umgesetzt. Doch wird der Konflikt nicht wirklich ausdiskutiert. Igor flüchtet sich ausufernd in sein Spezialgebiet, die griechische Mythologie, derweil die Handlung endgültig ins Absurde driftet. Tröstliche Erkenntnis-Beute der wortreichen Angelei nach Wahrheit und Schuld: Das Ende ist ein Anfang. kekWieder: An diesem Samstag sowie 19. + 20. März, je 20 Uhr. Karten: (0681) 390 - 4602www.dastiv.de

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