1. Saarland

Wörschweiler pflegt sorgsam seine Denkmäler

Wörschweiler pflegt sorgsam seine Denkmäler

In Wörschweiler wird die Vergangenheit gepflegt: Die Nachbildung der Grabplatte des letzten Grafen von Homburg wird im Sommer fertig, der Gedenkstein wird im Moment restauriert. Auch für eine weitere Grabplatten-Nachbildung, die des Abtes Conrad, könnten sich Sponsoren finden.

Die Ortsratssitzung in Wörschweiler am Mittwochabend befasste sich mit Themen zur Ortsgeschichte. Da ging es einmal um die Gestaltung der gespendeten Ersatzgrabplatten in der Klosterruine sowie um die Restaurierung des Gedenksteines an diesem Ort.

Die vom Rotary-Club Homburg-Saarpfalz gestiftete Nachbildung der Grabplatte des Grafen von Homburg schreite relativ zügig voran, nachdem man grünes Licht vom Landesdenkmalamt bekommen habe, berichtete Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger. Insgesamt acht Entwürfe habe der Bexbacher Steinbildhauer Holger Kopp vorgelegt, bevor man mit den Arbeiten habe beginnen können. Wichtig sei gewesen, dass "das Wappen dargestellt ist, die Inschrift als Platzhalter für die Originalgrabplatte und beschrieben wird, wer dort begraben liegt und der Stifter erwähnt wird". Die Originalmaße seien geblieben; es werde nur eine einfache Ritzzeichnung auf der Grabplatte geben, die Originalschrift wäre sehr aufwändig zu rekonstruieren, ergänzte Michael Emser von der Denkmalpflege der Stadt Homburg.

Er wies darauf hin, dass die Klosterruine Wörschweiler laut Auskunft des Landeskonservators eines der zehn wichtigsten Denkmäler im Saarland sei. Beide zeigten sich optimistisch, die Nachbildung der ersten Grabplatte Mitte Juni mit allen Beteiligten präsentieren zu können. "Eventuell schaffen wir bis dorthin auch die Nachbildung einer weiteren Grabplatte", meinte Nesselberger.

So habe man eine Familie aus Schwarzenacker gewinnen können, die die Nachbildung der zweiten Grabplatte, die des Abtes Conrad, finanzieren möchte.

Sorgen bereitet dem Ortsrat der Zustand der vor sieben Jahren restaurierten Grabplatten, bei denen man Schäden festgestellt hat. Derzeit werde ein Schadenskataster erstellt, teilte Michael Emser mit.

Um die vorhandenen Grabplatten vor dem Wetter zu schützen, denke man darüber nach, so Nesselberger, eine Überdachung anzubringen. Mittlerweile laufen auch die Arbeiten am vierten Bauabschnitt an der Klosterruine.

So steht die Restaurierung des Kreuzganges mit Innenhof, des Brüdersaales sowie der Refektoriumsmauer an. Die Förderung durch das Land laufe auch noch für das kommende Jahr, betonte Emser. Seit dieser Woche arbeitet eine Firma aus Euskirchen am Gedenkstein, der auf der rechten Seite des Weges zur Klosterruine steht. Da die Wasserversorgung wegen der defekten Elektronik derzeit noch unterbrochen sei, so der Ortsvorsteher, bringe die Feuerwehr das für die Reinigung der Steine benötigte Wasser hoch. Der von der Gemeinde Wörschweiler 1848 aufgestellte Gedenkstein zum Gedächtnis der Abtei Wernersweiler sei in einem schlechteren Zustand gewesen als erwartet, betonte Emser. Die zweistufige Anlage werde in den nächsten vier Wochen in mehreren Schritten hergerichtet und vom bisherigen Standort etwas weiter nach hinten gerückt.