Wölfe auf Chamäleon-Jagd

Wölfe auf Chamäleon-Jagd

Raus aus dem Abstiegskeller, rein ins Mittelfeld: Mit einem Heimsieg gegen Budenheim könnte Handball-Oberligist HF Merzig-Brotdorf am Samstag in der Merziger Thielspark-Halle mächtig Boden gut machen. Wölfe-Trainer Simowski erwartet im Duell mit dem „Chamäleon“ der Liga aber einige unangenehme Überraschungen.

Schnelle und kreative Reaktionen sind gefragt, wenn die Handballfreunde Merzig-Brotdorf an diesem Samstag, 19.30 Uhr, in der Thielspark-Halle Merzig auf den Oberliga-Rivalen SF Budenheim treffen, einen Meister der Verwandlung. Marcus Simowski warnt vor der unkonventionellen Spielweise der Gäste: "Ich will nicht das Wort seltsam sagen, aber diese Angriffs- und Deckungsformationen sind recht ungewöhnlich. Der Gegner ist nur schwer auszurechnen", stellte der HF-Trainer nach intensiver Video-Analyse fest. Verwirrung zu schaffen, ist Budenheims Spezialgebiet. Der trickreiche Tabellensechste wechselt die Verteidigungsstrategien wie ein Chamäleon die Körperfarbe und passt sie blitzartig der Situation an. Facettenreich gestaltet sich auch das Angriffsspiel der Rheinhessen.

Variantenreiche Gäste

Da wird der Torwart schon mal durch einen zweiten Kreisläufer ersetzt und hinten alles aufgemacht. Das erscheint zum einen riskant, zum anderen ist der Überraschungseffekt aber groß. Dem Budenheimer Ideenreichtum will Simowski mit Kampfgeist und Disziplin entgegentreten. Wie am vergangenen Samstag, als ihm sein neues Team in der Brotdorfer Seffersbachhalle einen Einstand nach Maß bescherte. An der Platzierung hat sich nach dem 32:27-Sieg über Saulheim nichts geändert. Punktemäßig ist der Tabellen-13. aber näher ans Mittelfeld gerückt und viel Aussagekraft haben die aktuellen Platzierungen ohnehin nicht, da zum Rückrundenstart zwölf von 16 Teams um den Ligaverbleib zittern müssen. "Verrückt. Wir liegen auf einem Abstiegsplatz, aber nur zwei Zähler hinter Budenheim, die als Sechster punktgleich mit dem Tabellenfünften Saulheim sind, den wir klar geschlagen haben. Der kommende Gegner ist also in Reichweite", ermutigte der 46 Jahre alte A-Lizenz-Trainer vor dem Montagstraining seine Spieler und verdeutlichte es anhand der Tabelle, die er extra ausgedruckt hatte. Bei einem Sieg wäre es sogar möglich, dass Merzig fünf oder sechs Plätze gutmacht.

Schwerpunkte in Simowskis zweiter Woche als HF-Trainer war die Verbesserung beim Rückzugsverhalten sowie die Feinabstimmung in der Abwehr. "Wir haben gegen Saulheim vier, fünf unnötige Gegentore kassiert. Dazu werden wir auch das schnelle Spiel nach vorne intensivieren", verspricht der neue Trainer. Simowski glaubt, dass der jüngste Sieg seinem Team neues Selbstvertrauen beschert hat.

Deshalb rechnet er diesmal auch mit einer anderen Körpersprache. "Ich will in den Augen der Spieler den Siegeswillen funkeln sehen. Wenn die Jungs alles geben und in dem ganzen Durcheinander einen kühlen Kopf behalten, dann wird es Budenheim schwer haben", prophezeit Simowski. Übrigens: Ins Beuteschema passen Chamäleons zwar nicht, aber hier könnten die Wölfe ja mal eine Ausnahme machen.Die Saarlandliga-Handballerinnen des HSV Merzig-Hilbringen haben am Donnerstagabend im Wettbewerb um die Bank-1-Saar-Handball-Trophy überrascht. Mit dem 20:18 (13:8)-Heimsieg gegen Saarlandliga-Primus HG Saarlouis sicherte sich das Team von Trainer Markus Zeimet den Einzug ins Saarlandpokal-Endturnier am Ostermontag (21. April) in Saarbrücken. Neben dem HSV werden in der Joachim-Deckarm-Halle auch die Oberliga-Topteams SV Zweibrücken und DJK Marpingen sowie Saarlandliga-Vize TuS Neunkirchen starten. "Dabei sein ist alles. Für meine Mädels wird es ein Erlebnis werden", prophezeit Zeimet. In der Liga ist der HSV an diesem Wochenende nicht im Einsatz.

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