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Wo Wellesweiler am schaurigsten ist

Wo Wellesweiler am schaurigsten ist

Wellesweiler. Die Dunkelheit hat längst die letzten Sonnenstrahlen vertrieben, und dichter Nebel zieht langsam über die Hirschbergsiedlung in Wellesweiler. Durch die Stille der Nacht schleicht eine Horde finsterer Wesen aus dem Reich der Untoten, angelockt von angsterfüllten Schreien, die das Blut gefrieren lassen. An ihrem Ziel angekommen werden sie bereits erwartet

Wellesweiler. Die Dunkelheit hat längst die letzten Sonnenstrahlen vertrieben, und dichter Nebel zieht langsam über die Hirschbergsiedlung in Wellesweiler. Durch die Stille der Nacht schleicht eine Horde finsterer Wesen aus dem Reich der Untoten, angelockt von angsterfüllten Schreien, die das Blut gefrieren lassen. An ihrem Ziel angekommen werden sie bereits erwartet. Ein Schlachter im Blutrausch öffnet die Tür, an seiner Seite die schwarze Witwe, die sich eine Pause von ihrem männermordenden Hobby gönnt. "Immer rein in die gute Stube. Jetzt kann die Party losgehen", heißt es zur Begrüßung, denn hinter den schaurig schönen Gastgebern verbergen sich Petra und Detlef Riehm. Wie in jedem Jahr werden sie auch an diesem Sonntag Freunde und Bekannte zur großen Halloween-Party begrüßen, die längst zur Tradition im Haus der Riehms gehört. Genauer gesagt im Gartenhaus, in dem bereits alles hergerichtet ist. Und so wunderbar schrecklich wie das Ehepaar dekoriert hat, wird es sich freuen, wenn man ihm mit den Worten "Bei euch sieht es richtig gruselig aus" ein Kompliment macht.Denn eine gute Portion Grusel gehört nun mal zu Halloween, wie der Christbaumschmuck zu Weihnachten. Das weiß niemand besser als Halloween-Fan Petra Riehm, die sich schon in ihrer Jugend gerne mit Freunden am letzten Oktobertag zum Horror-Video-Abend getroffen hat. "Damals hat meine Begeisterung für Halloween angefangen und mich bis heute nicht mehr losgelassen. Das ganze Jahr überlege ich mir neue Deko-Möglichkeiten, um die Party noch schauriger zu gestalten." Auf die handwerklichen Fähigkeiten ihres Mannes Detlef ist dabei Verlass. Mit viel Liebe zum Detail setzt er die Ideen seiner Frau um. "Früher konnte ich nicht viel mit Halloween anfangen, aber mittlerweile hat mich meine Frau mit ihrer Begeisterung angesteckt", lacht Detlef Riehm. Schon der Weg zur Partystätte erinnert an einen Gang durchs Gruselkabinett. Skelett Oscar baumelt vorm Eingang an einem Galgen und schielt auf den kleinen Friedhof. Grabsteine tragen die Inschriften des Grafen Dracula und von Jack the Ripper. Geht man durchs "Tor zur Hölle", wird es noch schauriger. Überall flattern Spinnweben von Decken und Wänden, Hände ohne Besitzer dienen als Kerzenhalter, eine Gruft öffnet sich wie von Geisterhand und Sensenmann Alfred grüßt mit finsterem Blick und schrecklichem Geschrei. "Natürlich wird auch das Essen ganz im Halloween-Stil angeboten. Es gibt blutige Finger, Abgehacktes und Krötenschleim mit Eiter", sagt Elke Riehm. Und trotz dieser wenig appetitlichen Namen werden die Gäste auch morgen wieder zulangen, wenn bei den Riehms die Party steigt. "Ich habe die Ideen, und mein Mann muss dann basteln.Petra Riehm"

HintergrundHalloween wurde ursprünglich nur in den katholischen Gebieten der britischen Inseln am Vorabend von Allerheiligen gefeiert. Mit den irischen Auswanderern kam es im 19. Jahrhundert in die Vereinigten Staaten und gehörte auch dort zum Brauchtum dieser Volksgruppe. Kinder anderer Einwanderer übernahmen bald diesen Brauch und so entwickelte sich Halloween zu einem der wichtigsten Volksfeste in den USA und Kanada. Seit etwa 20 Jahren wird Halloween auch in Europa gefeiert - mit steigender Beliebtheit. pra