1. Saarland

Wo Federnlassen richtig wehtut

Wo Federnlassen richtig wehtut

Abstriche bei der eigenen Vergütung? Kommunalpolitiker in der Region sehen verstärkt die Notwendigkeit zu solchen Einschnitten. Zuletzt in Nonnweiler, wo zwei Mitglieder des Gemeinderats auf die Hälfte ihrer jährlichen Aufwandsentschädigung, auf Sitzungsgeld verzichten wollen: 135 Euro pro Person

Abstriche bei der eigenen Vergütung? Kommunalpolitiker in der Region sehen verstärkt die Notwendigkeit zu solchen Einschnitten. Zuletzt in Nonnweiler, wo zwei Mitglieder des Gemeinderats auf die Hälfte ihrer jährlichen Aufwandsentschädigung, auf Sitzungsgeld verzichten wollen: 135 Euro pro Person. Ähnliches beschloss übrigens der Gemeinderat in Tholey bereits vor einem Jahr. Und weitete dies auf die Ortsräte, Ortsvorsteher und den Bürgermeister aus. Marpingen zog im Mai nach. Auf den ersten Blick nur marginale Sparbeträge, die zusammen maximal in einstellige Tausend-Beträge gehen und im Vergleich zu den Schuldenbergen im teils zweistelligen Millionenbereich kaum der Rede wert erscheinen. Aber eben einer von vielen kleinen Schritten, die Ausgaben in den Griff zu kriegen. Zudem sind die Verluste seitens der Politiker zu verknusen. Tun ihnen nicht weh.Anders sieht es hier aus: Jeder, der seinen Job verliert, gerät in eine Notlage. Finanziell und psychisch. Da spielt es keine Rolle, ob die Stelle zeitbefristet, das Beschäftigungsende also abzusehen ist. Diese Woche dokumentierten ihre Ausnahmesituation ehemalige Mitarbeiter auf Zeit des medizinischen Dienstleisters Fresenius in St. Wendel. Sie reagierten verzweifelt, aus purer Zukunftsangst. Rechtlich ist der Geschäftsführung kein Vorwurf zu machen. Schöpft sie doch jene Möglichkeiten aus, die ihr das Gesetz bietet. Fürwahr: Solch zeitbefristete Arbeitsverträge geben Unternehmen Flexibilität, um beispielsweise temporäre Produktionsspitzen abzufedern. Allerdings wird dadurch zunehmend Druck auf Mitarbeiter verlagert, weil von ihnen mehr abverlangt wird: ständige Bereitschaft, zeitlich und räumlich flexibel auf Arbeitsplätze loszupreschen. Zeit fürs Private, für die Familie zu kalkulierende Existenzsicherung gehen verloren. Nicht aber Konzerngewinne, die davon erheblich profitieren.