1. Saarland

Wo einst die alten Römer lebten

Wo einst die alten Römer lebten

Einöd. Einöd ist ein Ort mit bewegter Geschichte: War der heutige Stadtteil Homburgs bereits lange vor dem 13. Jahrhundert besiedelt, so wurde er urkundlich erstmals 1290 erwähnt, damals noch als "Eynot" - und zwar in einem Vertrag, den am 3. Juni 1290 der Graf Walram aus Zweibrücken und Ludwig von Homburg schlossen

Einöd. Einöd ist ein Ort mit bewegter Geschichte: War der heutige Stadtteil Homburgs bereits lange vor dem 13. Jahrhundert besiedelt, so wurde er urkundlich erstmals 1290 erwähnt, damals noch als "Eynot" - und zwar in einem Vertrag, den am 3. Juni 1290 der Graf Walram aus Zweibrücken und Ludwig von Homburg schlossen. Heute ist Einöd der Ort, der als südlichster Stadtteil Homburgs die saarländische Stadt mit dem rheinland-pfälzischen Zweibrücken verbindet.Vor der großen Gemeindegebiets- und Verwaltungsreform von 1973 war Einöd eine eigenständige Gemeinde und wurde dann, gemeinsam mit Ingweiler und Schwarzenacker, der Kreisstadt Homburg als Gemeindebezirk zugeschrieben. Ganz früher gab es hier sogar einmal eine Burg zu sehen: Im Jahr 1928 wurden die Überreste einer Turmhügelburg aus der Zeit der Salier freigelegt, dort, wo der Schwarzbach in die Blies mündet. Leider ist davon heute nichts mehr übrig, dennoch zeugte der Fund von der geschichtlichen Relevanz des Ortes. Auch Überreste römischer Heiligtümer konnten ausgegraben werden.

Kleinster Teil Ingweiler

Der kleinste Ortsteil Einöds ist Ingweiler, das erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters "Werschweiler", heute Wörschweiler, genannt wurde - im Jahre 1180. Bis 1603 gehörte Ingweiler dann zur Grafschaft Nassau-Saarbrücken. Es gab jedoch ständig Querelen zwischen den verschiedenen Eigentümern Einöds und Ingweilers, weshalb es einen Vertrag gab, der den Streitigkeiten ein Ende setzte: Durch einen Tauschvertrag in 1603 kam Ingweiler zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, zu dem auch Einöd gehörte. Am ältesten sind wohl die Wurzeln Schwarzenackers, wenn auch die Römer ihre Spuren ebenfalls in Ingweiler und Einöd hinterlassen haben. Das überregional berühmte Römermuseum in Schwarzenacker zeugt noch heute von der reichen geschichtlichen Vergangenheit des Ortes. Es waren die Germanen, die im dritten Jahrhundert die römische Kultur in der Umgebung um Einöd und Schwarzenacker vernichteten. Erst um 1660 siedelten hier wieder Menschen, ausgehend vom Audenkellerhof. Erst im Jahr 1702 begann die Entwicklung des heutigen Schwarzenacker, als Karolina de la Brier auf dem jetzigen Gelände des Edelhauses ein Wohnhaus mitsamt Hof und Wirtschaftsgebäude bauen ließ. Entlang des Verkehrsweges, der heutigen Bundesstraße 423, entwickelte sich die kleine Siedlung nach und nach zur Wohngemeinde und errang durch die Funde der römischen Spuren überregionale Bedeutung.

Der Name Einöds geht auf eine Legende zurück, die bisher leider nicht schriftlich belegt werden konnte: Demzufolge lebte ein Einsiedler an einer erhöhten Stelle der Großwiese am Erbach, der eine Bergkapelle dort baute, wo heute die Kirche steht. Die deshalb dort entstandene Ansiedlung soll, wohl in Anlehung an ihre Beschaffenheit, als "Einöd" benannt worden sein. Die einheimischen Einöder werden übrigens auch "Jochnächel" genannt. red/cms