Wo das Unmögliche möglich wird

Wo das Unmögliche möglich wird

St. Wendel. Was erwartet einen Menschen in der Zukunft? Eine Antwort gab es auf dem "Jahrmarkt der Unmöglichkeiten", den rund 2000 Leute am vergangenen Sonntag auf der Mott besuchten. Diese Schau der Illusionen und Skurrilitäten war im Rahmen des St. Wendeler Zauberfestivals zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. "Stecke deinen Kopf in die Schachtel hinein

St. Wendel. Was erwartet einen Menschen in der Zukunft? Eine Antwort gab es auf dem "Jahrmarkt der Unmöglichkeiten", den rund 2000 Leute am vergangenen Sonntag auf der Mott besuchten. Diese Schau der Illusionen und Skurrilitäten war im Rahmen des St. Wendeler Zauberfestivals zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. "Stecke deinen Kopf in die Schachtel hinein. Drücke einmal auf den grünen Knopf und achte aufmerksam auf deine Augen. Etwas Magisches wird geschehen." Klara Schöpper aus Birkenfeld befolgte die Worte, die auf dem Schild am "Tempel der Wunder" standen. Für einen Euro konnten dort Neugierige einen Blick in die Zukunft werfen. Was hatte Klara in der Box gesehen? "Einen Skelettkopf mit roten Augen", antwortete die Zwölfjährige und eilte zur nächsten Attraktion. Als sich ein anderes Mädchen in einem Zerrspiegel erblickte, rief es lachend: "Oh, wie sehe ich denn aus?" Warum amüsieren sich Jugendliche aus der Computerspiele-Generation, wie es Leute auf einem Rummel vor über 100 Jahren getan haben? "Die Menschen fühlen sich sicher in der Vergangenheit, und das 19. Jahrhundert war die goldene Ära der Magie", sagte Ismael "Civi" Civian, der Inhaber des "Jahrmarkts der Unmöglichkeiten". Die Apparate und Gegenstände, die auf der Mott zu sehen waren, habe er mit Hilfe seiner Familie selbst gebaut. Und woher nahm er die Ideen? "Beispielsweise aus einem alten Buch von James Hodges über optische Effekte", erzählte der Spanier, der ebenfalls als Magier auf dem St. Wendeler Zauberfestival auftrat. Dass nicht alles so sein muss, wie es auf den ersten Blick scheint, machte die Ausstellung an mehreren Stationen deutlich. Civi drehte an einer Holzscheibe, auf der schwarze und weiße Segmente eingezeichnet waren. Da der Spanier der Scheibe genügend Schwung gab, glaubte man, dass sie silbern sei. "Ich mag es nicht, den Leuten die Effekte zu erklären", sagte Civi. Als Magier zeige er lieber, was zu tun sei, um die Wirkungen zu erzielen. Dass sich Jung und Alt in St. Wendel für seine Objekte interessierten, gefiel Civi, der im vergangenen Jahr den ersten Preis beim St. Wendeler Zauberfestival gewonnen hatte. Seiner Ausstellung liege ein universelles Konzept zugrunde, erklärte der Magier. So waren in St. Wendel nur ein paar Hinweis-Schilder auf Deutsch notwendig, um auf dem "Jahrmarkt der Unmöglichkeiten" Spaß zu haben. Als viertes Land nach Spanien, Frankreich und Deutschland steht Portugal auf Civis Reiseplan. In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon werde er Ende August seine Objekte zeigen. Wenn Civi im nächsten Jahr mit seinen verblüffenden Objekten wieder nach St. Wendel kommt, dürfte sein Jahrmarkt noch größer geworden sein. Denn im November will er sich neue "Unmöglichkeiten" ausdenken.